Biathlon-Saisonstart

«Olympia war die Motivation»: Preuß startet Gold-Mission

27. November 2025, 10:38 Uhr · Quelle: dpa
Franziska Preuß
Foto: Martin Schutt/dpa
WM-Gold hat Franziska Preuß schon, jetzt soll es auch bei Olympia klappen. (Archivfoto)
Franziska Preuß trainiert für den Olympiasieg und startet die Saison in Schweden. Das deutsche Biathlon-Team zielt auf bessere Leistungen ab.

Östersund (dpa) - Für den Traum vom Olympiasieg geht Franziska Preuß ihren ganz eigenen Weg. Oftmals fernab des deutschen Teams und stattdessen mit ihren ärgsten Rivalinnen eng an der Seite trainierte die beste Biathletin der vergangenen Saison für ihr nächstes großes Ziel. Im vierten Anlauf soll es in Südtirol endlich mit Gold bei den Winterspielen klappen. Auf dem Weg nach Italien beginnt im schwedischen Östersund die Weltcupsaison - und während Preuß dank ihrer Erfolge wieder als große Hoffnungsträgerin startet, haben die deutschen Männer vor einem besonders wichtigen Winter großen Aufholbedarf.

Stetige Steigerung als «Idealvorstellung»

«Für uns ist erst mal wichtig jetzt, dass wir gut reinstarten», sagte Sportdirektor Felix Bitterling vom Deutschen Skiverband. Los geht's am Samstag (13.15 Uhr/ARD und Eurosport) mit den Staffelrennen der Frauen und Männer, am Sonntag folgen die ersten Mixed-Wettbewerbe. Zum Auftakt gehe es aber nicht darum, «die ganze Welt einzureißen», sagte Bitterling: «Wenn wir es uns aussuchen könnten, dann würden wir einen soliden Start hinlegen und dann stetig besser werden. Das ist die Idealvorstellung.»

Bei wenig Tageslicht und viel Dunkelheit stehen in Skandinavien die ersten Härtetests in Richtung Olympia im Februar an. «Ich bin glücklich mit dem, was ich schon erreicht habe. Alles, was dieses Jahr noch kommt, ist definitiv für mich Zugabe», sagte Preuß. Im vergangenen Winter gewann sie in einem Herzschlagfinale vor der Französin Lou Jeanmonnot erstmals den Gesamtweltcup; zuvor unter anderem ihr erstes WM-Einzelgold in Lenzerheide. In der Höhe von Antholz sollen am besten die nächsten Medaillen folgen.

Preuß führt starkes Frauenteam an

«Olympia war die Motivation, noch mal weiterzumachen», sagte die 31-Jährige, die erneut die Weltspitze düpieren kann. Aber auch Selina Grotian, die vor knapp einem Jahr ihren ersten Weltcupsieg feierte, oder Vanessa Voigt, Olympia-Vierte im Einzel von Peking, gelten ebenso als Kandidatinnen für Überraschungen wie Top-Talent Julia Tannheimer und Rückkehrerin Janina Hettich-Walz nach ihrer Babypause. 

«Mit dem Verlauf des Trainings bin ich insgesamt sehr zufrieden und nun gespannt, was meine Form im internationalen Vergleich wert ist», sagte Preuß, die sich auch von einer kleinen Hand-Operation nicht ausbremsen ließ. Ein Olympiasieg wäre das i-Tüpfelchen, könnte den Weltcupgesamtsieg aber aus ihrer Sicht nicht ganz toppen.

Ihre Saisonvorbereitung absolvierte die Bayerin erneut in Eigenregie. Ex-Weltmeisterin Lisa Vittozzi kam aus Italien für ein gemeinsames Training nach Ruhpolding, selbst Jeanmonnot war für einen Sponsorentermin kurz zu Besuch und übernachtete sogar bei Preuß zu Hause. Sie selbst wiederum ackerte auf den Olympia-Strecken von Antholz und powerte sich bei Einheiten mit der Österreicherin Lisa Hauser in der Schweiz aus. Zudem absolvierte Preuß überraschend sogar Testwettkämpfe beim österreichischen Verband, die sie kurz vor dem Saisonstart beide gewann.

Mentaltrainer für schießschwache deutsche Männer

Auf dem Weg zu einer perfekten Form bekommt sie ihre Freiheiten, während das Männerteam weitestgehend gemeinsam für den Winter schwitzte. Oberste Priorität haben bessere Schießleistungen. Zu viele Strafrunden kosteten im vergangenen Winter zu oft bessere Ergebnisse. Tobias Reiter geht nun in seine erste komplette Saison als Bundestrainer - und bekommt erstmals auch Unterstützung durch einen Mentaltrainer, der Blockaden im Kopf lösen soll. «Das ist gut angenommen worden», sagte Bitterling.

Schießen sei ein «sehr, sehr mentales Thema», sagte Bitterling: «Die Jungs haben das Schießen nicht verlernt.» Ob die Männer um Philipp Nawrath und Justus Strelow aber die Lücke füllen können, die nach den Rücktritten von Dauersieger Johannes Thingnes Bö und dessen norwegischen Bruder Tarjei Bö klaffen, bleibt mehr als fraglich. Zu erwarten ist eher, dass die Norweger um Gesamtweltcupsieger Sturla Holm Laegreid und die Franzosen mit Eric Perrot und Emilien Jacquelin diejenigen sind, die es jetzt zu schlagen gilt.

«Keine Energie» für Gedanken an Karriereende

Medaillenvorgaben für Olympia gibt es bei den Biathletinnen und Biathleten erneut nicht. «Ich glaube, das hat ja ganz gut funktioniert, dass wir das ergebnisoffen angehen», sagte Bitterling: «Wir sagen schon sehr selbstbewusst, dass wir Medaillen gewinnen wollen. Deswegen fahren wir dahin.» 

2022 in Peking hatte es nur zweimal zum Sprung aufs Podest gereicht, die Männer gingen dabei ganz leer aus: Denise Herrmann-Wick gewann im Einzel Gold, die Frauen-Staffel Bronze. Bei der zurückliegenden WM im Frühjahr in Lenzerheide gab es fünf deutsche Medaillen, an vier davon war Preuß beteiligt.

«Die erste Weltcup-Woche ist immer etwas Besonderes, da ich schwer einschätzen kann, wo ich leistungsmäßig stehe und was zu erwarten ist», sagte Preuß vor dem Start in ihren vielleicht letzten Winter. Klare Aussagen zu einem möglichen Karriereende gibt es nicht. Damit ist zunächst auch nicht zu rechnen, denn bis Olympia will sie sich nur auf den Sport konzentrieren. «Bis dahin habe ich keine Energie für andere Gedanken», sagte sie.

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27.11.2025 · 10:38 Uhr
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