Easyjet bleibt bei Gewinnprognose unsicher – Hohe Kerosinpreise belasten das Geschäft

Unsicherheiten im Geschäftsjahr 2025/26
Der britische Billigflieger Easyjet sieht sich weiterhin mit erheblichen Herausforderungen konfrontiert, die eine Gewinnprognose für das Geschäftsjahr 2025/26 unmöglich machen. Hohe Kerosinpreise und eine späte Buchungshaltung der Kunden führen zu einer angespannten Situation. Für das wichtige Sommerquartal von Juli bis September wurden bislang lediglich 40 Prozent der Tickets verkauft, was einen Rückgang von drei Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr darstellt.
Trotz dieser Schwierigkeiten zeigt sich das Management optimistisch, was die Last-Minute-Buchungen betrifft, die im Monat des Reisebeginns stark bleiben. Um den finanziellen Druck zu mindern, hat Easyjet den Preis für die günstigsten Tickets erhöht und arbeitet aktiv daran, die eigenen Kosten zu senken. Im frühen Handel fiel die Aktie um bis zu 2,7 Prozent auf 337,90 Pence, was sie dem in der vergangenen Woche erreichten Mehrjahrestief von 332,80 Pence näher bringt.
Einfluss der Treibstoffpreise auf die Kostenstruktur
Die Unsicherheit über die finanzielle Entwicklung des Unternehmens wird durch die stark gestiegenen Treibstoffpreise, die in Verbindung mit geopolitischen Spannungen, insbesondere dem Iran-Konflikt, stehen, weiter verstärkt. Kenton Jarvis, der CEO von Easyjet, äußerte, dass die Stückkosten in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres, selbst ohne Berücksichtigung der Treibstoffkosten, voraussichtlich um einen niedrigen einstelligen Prozentsatz ansteigen werden. Die Volatilität der Treibstoffpreise erschwert zudem eine präzise Prognose.
Bereits im April hatte Easyjet eine Gewinnwarnung herausgegeben, die den Aktienkurs auf den tiefsten Stand seit 2022 drückte. Im ersten Geschäftshalbjahr, das traditionell schwächer ist, konnte das Unternehmen seinen Umsatz um zwölf Prozent auf 3,95 Milliarden britische Pfund (rund 4,6 Milliarden Euro) steigern. Dennoch wuchs der saisonale Winterverlust vor Steuern um 40 Prozent auf 552 Millionen Pfund, was die Herausforderungen verdeutlicht, mit denen Easyjet konfrontiert ist. Der Fehlbetrag stieg zudem von 297 Millionen auf 377 Millionen Pfund.
Fazit: Wachstumschancen und Risiken im Blick behalten
Für Investoren bleibt die Situation bei Easyjet angespannt, da die Unsicherheiten in Bezug auf Kerosinpreise und Buchungslage die Wettbewerbsfähigkeit und den Shareholder Value gefährden. Wachstum und Innovation sind für die langfristige Stabilität des Unternehmens entscheidend, doch müssen auch die Auswirkungen staatlicher Eingriffe und regulatorischer Rahmenbedingungen berücksichtigt werden. Die Fähigkeit, sich an diese Herausforderungen anzupassen, wird darüber entscheiden, wie sich Easyjet in einem zunehmend umkämpften Markt behaupten kann.

