Start der Freibäder lässt auf sich warten

24. April 2021, 08:45 Uhr · Quelle: dpa

Berlin (dpa) - Der Beginn der Freibadsaison dürfte in diesem Jahr an den meisten Orten noch auf sich warten lassen.

«Normalerweise werden die Bäder am 1. Mai eröffnet. Ob der Termin in diesem Jahr möglich ist, ist aufgrund des derzeitigen Pandemiegeschehens eher fraglich», teilte der Deutsche Städte- und Gemeindebund (DStGB) auf dpa-Anfrage mit.

Im vergangenen Jahr, das ebenfalls schon im Zeichen von Corona stand, hätten Freibäder erst Ende Juni öffnen können. In diesem Jahr planten viele Städte und Gemeinden die Öffnung für Mitte bis Ende Mai. «Städte und Gemeinden sind entschlossen, ihre Freibäder zu öffnen, sobald sie dies dürfen und es die Wetterlage erlaubt», betonte DStGB-Dezernent Uwe Lübking.

Auch die Deutsche Gesellschaft für das Badewesen, in der etwa Betreiber öffentlicher Bäder zusammengeschlossen sind, glaubt nicht an einen bundesweit einheitlichen Freibad-Start zum 1. Mai. «Aufgrund fehlender Planungssicherheit nimmt der Optimismus in der Branche zunehmend ab», teilte Geschäftsführer Christian Mankel der dpa mit. Sportliche Aktivität im Freien werde jedoch nicht den gesamten Sommer verboten werden können. Badegäste hätten im Jahr 2020 großes Verantwortungsbewusstsein an den Tag gelegt, hat Mankel beobachtet.

Der Bundesverband Deutscher Schwimmmeister verlangte, dass wenigstens die Freibäder aufmachen können sollten für Sport unter freiem Himmel. Ginge es nach Verbandspräsident Peter Harzheim, könnten sogar die Hallenbäder wieder öffnen, wenn auch mit reduzierter Besucherzahl. «Die Kolleginnen und Kollegen in den Bädern haben im vergangenen Jahr gute Erfahrungen gemacht mit entsprechenden Konzepten. Und die Leute brauchen Bewegung», sagte er der dpa.

Auf jeden Fall werden sich Besucherinnen und Besucher der Freibäder auch in der diesjährigen Saison auf Einschränkungen einstellen müssen. Die allermeisten Bäder richteten sich auf vergleichbare Szenarien wie im vergangenen Jahr ein, teilte Mankel von der Gesellschaft für das Badewesen mit. «Online-Ticketing mit festen Zeitfenstern und Besucherlimitierungen werden bleiben. Anstelle von Zettelwirtschaft am Einlass werden noch mehr digitale Instrumente zum Einsatz kommen.» So seien erste Testläufe mit der Luca-App von Bädern positiv bewertet worden.

Je nach Infektionsgeschehen könne auch das «Reintesten» zur Einlassvoraussetzung werden - also das Vorliegen eines tagesaktuellen negativen Corona-Tests, erklärte Mankel.

Vom Städte- und Gemeindebund hieß es: «Die Bäder haben im letzten Sommer bereits Erfahrungen mit der Öffnung von Freibädern unter Corona-Bedingungen gemacht, auf die sie jetzt aufbauen können. Die Bäder werden diese Erfahrungen beim Buchungssystem, den Zeitslots und Hygienekonzepten nutzen und sie falls notwendig an die aktuellen Entwicklungen anpassen.»

Freibäder seien für die Kommunen ein Zuschussgeschäft, betonte DStGB-Dezernent Lübking. «Gleichwohl halten viele Städte und Gemeinden an dem Erhalt der Freibäder fest. Die Menschen brauchen vor Ort Freude und Erholung, vor allem weil Urlaubsreisen gar nicht oder nur eingeschränkt möglich sind.» Umso wichtiger sei es, dass die Länder die Kommunen so finanziell ausstatten, dass diese auch zukünftig die Bäder betreiben können.

Harzheim vom Bundesverband Deutscher Schwimmmeister sagte: «Was wir vermeiden sollten, ist ein Bädersterben, dass Bäder ganz geschlossen werden.»

Freizeit / Schwimmen / Wetter / Corona / Covid-19 / Freibäder / Deutschland
24.04.2021 · 08:45 Uhr
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