Exponentielles Wachstum? Laut neuem Modell kann die Weltbevölkerung 2064 kollabieren
Vor gar nicht langer Zeit kursierten Horrorszenarien zur Weltbevölkerung: Von exponentiellem Wachstum und nahender, massiver Überbevölkerung war die Rede. Mittlerweile nehmen die Geburtenraten weithin ab, was die Bevölkerungsexplosion deutlich bremst. Neue Rechenmodelle kommen auf, die auch vergangene Szenarien und aktuelle Entwicklungen mit einbeziehen. Jetzt gibt es sogar eine mathematische Berechnung, die einen Kollaps zum Jahr 2064 möglich erscheinen lässt.

Im härtesten Szenario naht der Kollaps zum Jahr 2064
Forscher der Universität Mailand (UniMi) erklären, dass sie die Bevölkerungsentwicklung als physikalisches System sehen, das sich nach komplexen Gesetzen richtet. Deshalb fügten sie die Zahlen der vergangenen 12.000 Jahre in ihre Berechnungen ein, denn die generellen Leitplanken haben sich seither nicht verändert – ganz im Gegenteil. Bei der Modellierung zeigte sich, dass die Menschheit deutlich anfälliger für Krisen ist, als man bisher allgemein annahm. So kommt im härtesten Szenario der Kollaps im Jahr 2064 heraus.
»Dies ist keine Prognose …«
Die Wissenschaftler betonen allerdings: »Dies ist keine Prognose, sondern ein mathematisches Szenario, das verdeutlichen soll, wie empfindlich die Populationsdynamik auf abrupte ökologische oder gesellschaftliche Veränderungen reagieren kann.«
Im Gegensatz dazu berechnete Heinz von Foerster im Jahr 1960 unendliches Bevölkerungswachstum um das Jahr 2026. Wie wir heute wissen, war das eine Fehlannahme. Die Mailänder Forscher legen sich mit Recht nicht fest, sie sprechen von einem Worst-Case-Szenario, das manche Menschen aber durchaus für erstrebenswert halten.
Zur Vorbereitung analysierten die Forscher ungeordnete physikalische Systeme und verwendeten nichtlineare Differenzialgleichungen, die von Teilchen und ihrer Position ebenso abhingen wie von den entsprechenden Ableitungen. So können sich die Wachstumsraten innerhalb eines Systems plötzlich verändern. Dazu sagten sie: »Wir haben festgestellt, dass das Modell sowohl ›komprimierte exponentielle‹ Wachstumsphasen wie das rasante Wachstum im Industriezeitalter als auch das langsamere ›gestreckte exponentielle‹ Wachstumsregime, das das weltweite Bevölkerungswachstum seit etwa 1970 geprägt hat, erfolgreich nachbildet.«
Pandemien und verschiedene Klimaveränderungen ließen sich damit adäquat abbilden. Im Fall des 2064er-Szenarios bedeutet das: »Unter der bewusst konservativen Worst-Case-Annahme, dass die nachhaltige Tragfähigkeit der Erde plötzlich auf etwa zwei Milliarden Menschen sinken würde, sagt unser Modell einen raschen Rückgang der Weltbevölkerung vorher, wobei sich die Zahl der Menschen bis etwa zum Jahr 2064 möglicherweise halbieren könnte.«
Quelle: forschung-wissen.de

