Nachfolger von Franziskus

Konklave zur Papst-Wahl beginnt am 7. Mai

28. April 2025, 15:02 Uhr · Quelle: dpa
Der Termin in gut einer Woche steht fest: Das Konklave zur Wahl eines neuen Papstes beginnt am 7. Mai. Bis dahin kommen die Kardinäle täglich zusammen. Sie haben einiges zu bereden.

Rom (dpa) - Die mit Spannung erwartete Wahl des Nachfolgers des verstorbenen Papstes Franziskus beginnt am 7. Mai. Das entschieden die in Rom versammelten Kardinäle genau eine Woche nach Franziskus' Tod, wie der Vatikan-Sprecher Matteo Bruni mitteilte. Der erste Wahlgang des Konklaves findet dann bereits am Mittwochnachmittag kommende Woche statt. Wahlberechtigt sind in dieser Papst-Wahl insgesamt 135 Kardinäle.

Vor dem ersten Wahlgang kommen die Kardinäle jedoch erst einmal zu einer Messe im Petersdom zusammen. Erst im Anschluss gehen sie in die Sixtinische Kapelle, in der sie dann strengstens abgeschirmt den Franziskus-Nachfolger wählen. Kontakt zur Außenwelt ist während dieser Zeit verboten. Beim Konklave handelt es sich um ein extrem streng geregeltes Wahlverfahren.

Leiten wird das Konklave der italienische Kardinal Pietro Parolin, der bislang als Kardinalstaatssekretär die inoffizielle Nummer zwei im Vatikan war und als Vertrauter von Franziskus galt. Der 70-Jährige wird auch als «papabile», also dem Papstamt gewachsen, gehandelt. Parolin gilt als erfahrener Diplomat und vertrat den schon Monate vor seinem Tod angeschlagenen Papst bei Terminen.

Kardinalskollegium hat die Fäden in der Hand

Nach Franziskus' Tod am Ostermontag begann die sogenannte Sedisvakanz – die Zeit ohne Oberhaupt der katholischen Kirche. In dieser Zeit geht die Leitung der katholischen Kirche ans Kardinalskollegium über. Dafür treffen sich die Kirchenmänner täglich in den sogenannten Generalkongregationen. An der nun ersten Sitzung nach Franziskus' Beisetzung, bei der die Kardinäle das Datum entschieden, nahmen nach Angaben von Bruni rund 180 Kardinäle teil.

20 Kardinäle sollen bei der Versammlung das Wort ergriffen haben. In ihren Beiträgen und den anschließenden Debatten sei es um die Zukunft der Kirche und deren Herausforderungen gegangen. Auch über die Beziehung zu anderen Religionen und sexuellen Missbrauch in der Kirche haben sie gesprochen. «Es wurde darüber gesprochen, welche Eigenschaften der neue Papst haben muss, um auf diese Herausforderungen wirksam reagieren zu können», sagte Bruni.

Bis zum Beginn des Konklaves kommen sie weiterhin fast täglich zusammen. Die Zeit in den Generalkongregationen, auch Vorkonklave genannt, nutzen die Kirchenmänner, um sich zu beraten, sich kennenzulernen und sich über das Profil des neuen Papstes auszutauschen. Kardinäle jeden Alters, also auch nicht wahlberechtigte Kardinäle, haben bei diesen Treffen Rederecht.

Für sie alle gibt es viel Redebedarf. Papst Franziskus hat zu seinen Lebzeiten zahlreiche Kardinäle aus aller Welt ernannt. Viele von ihnen kennen sich nicht. Es wird daher auf die Debatten in den Generalkongregationen ankommen, um sich auf das entscheidende Konklave vorzubereiten. Spannend dürfte somit werden, wie bei den Wahlen Allianzen geschmiedet und Kandidaten unterstützt werden.

Drei Deutsche unter Papst-Wählern

Wahlberechtigt sind 135 Kardinäle unter 80 Jahren aus aller Welt. Wie viele von ihnen tatsächlich teilnehmen werden, ist bislang noch offen. Aktuell sind drei deutsche Kardinäle unter den Kirchenmännern, die wählen dürfen: Reinhard Marx, Rainer Maria Woelki und Gerhard Ludwig Müller. An den Treffen vor dem Konklave können aber auch die schon über 80 Jahre alten deutschen Kardinäle Friedrich Wetter, Walter Brandmüller sowie Walter Kasper teilnehmen.

Spekulationen über Kandidaten

Seit Tagen wird bereits munter über die Kandidaten und mögliche Favoriten spekuliert. Neben Parolin werden unter den Italienern auch der Chef der Italienischen Bischofskonferenz, Matteo Zuppi (69), und der Patriarch von Jerusalem, Pierbattista Pizzaballa (60), als «papabile» gehandelt.

Andere Namen sind unter anderem der frühere Erzbischof von Manila, Luis Antonio Tagle (67), der Portugiese José Tolentino de Mendonça (59), Peter Erdö (72) aus Ungarn, Fridolin Ambongo Besungu (65) aus der Demokratischen Republik Kongo oder der Luxemburger Jean-Claude Hollerich (66). 

Beobachter halten es für möglich, dass der neue Pontifex – ähnlich wie der argentinische Papst Franziskus – ebenfalls aus einer Gegend der Welt kommt, die noch nie das Oberhaupt der katholischen Kirche stellte. Andere vermuten, dass nach langer Zeit auch wieder einmal ein Italiener an der Reihe sein könnte.

Weißer Rauch bedeutet: «Habemus papam»

Ein Zeitlimit für das Konklave gibt es nicht. Die längste Wahl begann im Herbst 1268. Erst nach zwei Jahren, neun Monaten und zwei Tagen gab es mit Gregor X. einen neuen Papst. Inzwischen geht es jedoch zügiger: Franziskus war 2013 nach etwas mehr als 26 Stunden und fünf Wahlgängen gewählt. Sein Vorgänger Papst Benedikt XVI. aus Deutschland stand 2005 bereits nach vier Runden fest.

Zur Wahl benötigt der neue Papst eine Zweidrittelmehrheit. Der erste Wahlgang findet bereits am ersten Nachmittag statt. Der weitere Rhythmus besteht dann aus zwei Wahlgängen am Vormittag und zwei Wahlgängen am Nachmittag.

Die Stimmzettel werden nach den Wahlgängen verbrannt. Bei erfolglosen Abstimmungen steigt schwarzer Rauch aus dem für die Wahl auf dem Dach der Sixtinischen Kapelle angebrachten Schornstein auf. Nach der erfolgreichen Wahl werden weiß färbende Chemikalien zugesetzt, sodass weißer Rauch aufsteigt. Das ist das Zeichen für die Menschen auf dem Petersplatz und in aller Welt, dass es einen neuen Papst gibt. Auf Lateinisch: «Habemus papam».

Kirche / Religion / Brauchtum / Papst / Vatikan
28.04.2025 · 15:02 Uhr
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