BMW kehrt auf die Bühne der Präsenzhauptversammlungen zurück
Zum ersten Mal seit einem halben Jahrzehnt begrüßte BMW seine Aktionäre wieder persönlich und nicht digital zu einer Hauptversammlung. Rund 3.000 Anteilseigner folgten der Einladung in die Münchner Olympiahalle. Viele von ihnen nutzten die Chance, um Informationen aus erster Hand zu gewinnen — sei es zur Bewältigung der Herausforderungen aufgrund von US-Zöllen oder zur Überwindung der Schwäche des chinesischen Marktes.
BMW-Chef Oliver Zipse eröffnete die Versammlung mit dem Hinweis auf die Bedeutung des persönlichen Austauschs: "Der Mensch ist nicht digital." Auch der Aufsichtsratsvorsitzende Norbert Reithofer, der das Unternehmen nach 38 Jahren verlässt, unterstrich die Relevanz von Präsenzveranstaltungen in Zeiten großer Veränderung und erhielt dafür den Applaus der Aktionäre.
In seiner letzten Handlung als Aufsichtsratsvorsitzender führte Reithofer die Wahl seines Nachfolgers Nicolas Peter durch. Der ehemalige Finanzvorstand wurde mit einer Zustimmung von über 86 Prozent in den Aufsichtsrat gewählt und erwartete die Bestimmung zum Vorsitzenden.
Trotz der erfolgreichen Veranstaltung bleibt die Frage offen, ob BMW diese Linie fortführen wird. Die Mehrheit der Aktionäre stimmte dem Vorschlag des Unternehmens zu, in den kommenden fünf Jahren optionale virtuelle Hauptversammlungen durchzuführen. Allerdings sicherte BMW zu, mindestens einmal eine Präsenzveranstaltung in dieser Periode zu planen. Dies wurde durchaus positiv aufgenommen, da Vertreter wie Daniela Bergdolt von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz für häufigere Präsenzveranstaltungen warben.
Abseits der Diskussionen sorgte auch eine kleine Gruppe von Umweltaktivisten während der Veranstaltung für Aufsehen, als sie versuchten, die Rede von Konzernchef Zipse zu stören. Doch ihr Auftritt blieb im Wesentlichen eine Randnotiz.

