Hochrheinbahn wird umweltfreundlich: Deutsche Bahn startet Großprojekt
Pendler und Reisende dürfen sich auf der Hochrheinbahn in den kommenden Jahren auf wegweisende Bauarbeiten freuen. Die Strecke zwischen Basel und Erzingen wird bis Ende 2027 umfassend modernisiert und elektrifiziert. Mit diesem Großprojekt strebt die Deutsche Bahn eine deutliche Steigerung des Fahrplanangebots und die Einführung moderner, emissionsfreier Züge an. Der symbolische Startschuss für diese Bauarbeiten fiel im Landkreis Waldshut-Tiengen.
Der baden-württembergische Verkehrsminister Winfried Hermann betonte die Vorteile dieses Projekts: Mehr Platz und Komfort in neuen Zügen würden die Reise attraktiver gestalten. Dies wird nicht nur für die Fahrgäste spürbar, sondern auch der Umwelt zugutekommen, da umweltschädliche Dieselzüge ausrangiert werden. Berthold Huber vom DB-Vorstand zeigte sich zuversichtlich, dass der Ausbau der Hochrheinbahn zu einem dichter getakteten Streckennetz zwischen Deutschland und der Schweiz führe.
Ein wesentlicher Teil der Arbeiten umfasst den Bau einer durchgehenden Oberleitung auf der 75 Kilometer langen Strecke, deren Kosten auf 434 Millionen Euro geschätzt wurden. Während bereits einzelne Vorarbeiten zwischen Waldshut und Erzingen laufen und zeitweise Busse den Zugverkehr ersetzen, wird der eigentliche Ausbau zwischen Grenzach-Wyhlen und Rheinfelden Ende dieses Monats beginnen.
Im Frühling nächsten Jahres wird die Strecke zwischen Rheinfelden und Erzingen für den Zugverkehr gesperrt, wobei Busse als Ersatz fungieren. Anfang März 2027 soll der Streckenabschnitt zwischen Waldshut und Erzingen wieder eröffnet werden, gefolgt vom Abschnitt Rheinfelden-Waldshut im Juli. Die vollständige Inbetriebnahme ist für den Fahrplanwechsel im Dezember 2027 geplant.
Ein weiteres Ziel des Projekts ist die Bereitstellung zusätzlicher Verbindungen in der Grenzregion zwischen Südbaden und der Schweiz. In diesem Kontext beteiligt sich die Schweiz mit 50 Millionen Franken an den Kosten. Derzeit sind 70 Prozent der Bahnstrecken im Südwesten Deutschlands elektrifiziert, und dieser Anteil soll bis Ende des Jahrzehnts leicht ansteigen.
Nicht nur die Hochrheinbahn, sondern auch andere Strecken, wie die Brenzbahn und der Ringzug, stehen auf der Warteliste für Elektrifizierungsmaßnahmen. Zudem plant der Landkreis Waldshut den Bau eines neuen Kreuzungsbahnhofs in Wutöschingen-Ofteringen. Auch hier sollen zukünftig regelmäßigere Zugverbindungen angeboten werden.

