Gerücht: Call of Duty könnte noch in diesem Jahr aus dem Xbox Game Pass fliegen
Der Xbox Game Pass hat in letzter Zeit einige Entscheidungen hinter sich, die selbst treue Microsoft-Fans ins Grübeln gebracht haben. Preiserhöhungen, eingeschränkter Zugang zu Toptiteln, ein zunehmend unübersichtliches Stufensystem – und jetzt kursiert ein Gerücht, das die nächste mögliche Kursänderung andeutet. Ausgerechnet das Zugpferd der letzten Jahre steht offenbar zur Disposition, und die Konsequenzen wären weitreichend.
Was hinter dem Gerücht steckt
Jez Corden, einer der bekanntesten Xbox-Insider und regelmäßiger Gast im The Xbox Two Podcast, ließ in einer aktuellen Folge aufhorchen. Auf die Frage eines Hörers, ob Microsoft künftig stärker auf Nischenprodukte und PC-orientierte Titel setzen könnte, antwortete er mit einer Aussage, die seitdem in der Community für Gesprächsstoff sorgt: Es sei durchaus möglich, dass Call of Duty noch in diesem Jahr aus dem Game Pass herausgenommen wird – das habe er aus zuverlässiger Quelle vernommen. Mehr Details lieferte er nicht, aber allein diese Andeutung wiegt schwer. Call of Duty war in den vergangenen zwei Jahren jeweils zum Erscheinungstag im Game Pass Ultimate verfügbar – ein Kernelement von Microsofts Argumentation, warum sich das teure Abonnement lohnt. Fiele diese Zugabe weg, wäre das ein signifikanter Einschnitt im Wertversprechen des Dienstes.
Die Zahlen hinter der Entscheidung
Warum sollte Microsoft eine Marke, die zu den meistgespielten weltweit zählt, aus seinem eigenen Abodienst nehmen? Die Antwort liegt in den Verkaufszahlen – oder vielmehr in dem, was der Game Pass ihnen möglicherweise angetan hat. Call of Duty: Black Ops 6 erzielte gemeinsam mit Indiana Jones and the Great Circle im Dezember 2024 zwar Einnahmen von umgerechnet rund 420 Millionen Euro für Xbox, gleichzeitig soll der Abodienst aber auf über 270 Millionen Euro an entgangenen Einzelverkäufen gekommen sein. Wie sich die Situation für den jüngsten Ableger in 2025 entwickelt hat, ist nicht bekannt. Sicher ist hingegen, dass Call of Duty: Black Ops 7 mit seiner schwachen Kampagne und einer allgemein matten Qualität selbst für Schlagzeilen sorgte – und Activision dazu bewog, das bislang praktizierte Wechselspiel zwischen Modern Warfare und Black Ops-Sequels künftig aufzugeben. Ein Titel, der weder Kritiker noch Spieler vollends überzeugt, trägt nicht unbedingt dazu bei, den Wert eines teuren Abonnements zu rechtfertigen.
Was das für den Game Pass bedeuten würde
Sollte Call of Duty tatsächlich aus dem Game Pass verschwinden, wäre das die bislang drastischste Änderung am Leistungsumfang des Dienstes. Der Ultimate-Tarif kostet derzeit 26,99 Euro pro Monat – eine Preiserhöhung um 50 Prozent gegenüber dem Stand von vor wenigen Jahren. Microsoft-Gaming-Chefin Asha Sharma hat intern bereits eingeräumt, dass der Dienst in seiner jetzigen Form für viele Spieler zu teuer geworden sei. Ein günstigeres Einstiegsabo ohne Call of Duty, kombiniert mit einem teureren Paket, das die Marke weiterhin enthält, wäre eine logische Konsequenz dieser Überlegung. Interessant ist dabei, dass Call of Duty trotz allem zu den meistgespielten Titeln des Jahres 2025 zählte – nicht zuletzt dank des kostenlos spielbaren Warzone-Modus, der unabhängig vom Game Pass zugänglich ist. Ob das die Entscheidungsträger bei Microsoft letztlich davon abhält, die Reißleine zu ziehen, bleibt abzuwarten. Fest steht: Der Game Pass befindet sich in einem tiefgreifenden Umbau, und Call of Duty ist dabei längst kein unangreifbares Heiligtum mehr.


