skate. Season 4: Full Circle packt X Games und Fingerflips aus – aber die Bezahlschranke bleibt
skate. geht in die vierte Runde – und Full Circle fährt dafür einiges an Geschützen auf. Ab dem 2. Juni öffnet das Lucre Financial Stadium in Brickswich seine Tore, die San Van Open kehren als stadtweites Sommerevent zurück, und mit X Games steht ein dicker Name als Partner auf dem Programm. Dazu kommen Fingerflips, ein neuer Spot-Battle-Modus und 110 Stufen im skate.Pass. Doch während die Feature-Liste auf dem Papier üppig ausfällt, drängt sich eine Frage auf, die dem Spiel seit Season 3 wie ein Schatten folgt: Wer darf wo skaten – und zu welchem Preis?
Das Stadion öffnet die Tore – aber nicht für jeden
Das Lucre Financial Stadium, von den Entwicklern liebevoll „Chum Bucket“ getauft, wird das Epizentrum von Season 4. Vom Start der San Van Open Anfang Juni bis zum großen X Games Finale Ende August soll die Arena das zentrale Spielfeld für Wettkämpfe, Highscores und spektakuläre Lines werden. Der Haken: Wer das Stadion direkt zum Launch betreten will, braucht den skate.Premium-Pass für Saison 4. Vom 2. Juni bis zum 7. Juli bleibt der exklusive Zugang Pass-Besitzern vorbehalten.
Erst danach, vom 7. bis 21. Juli, können auch Nicht-Premium-Spieler für 250 RIP-Chips einen 24-Stunden-Tagespass lösen. Immerhin: Ein mehrwöchiges Open-Access-Event ab dem 21. Juli macht das Stadion dann für alle ohne weitere Bedingungen zugänglich. Es ist exakt das Modell, das Full Circle in Season 3 bereits mit der Grom-Insel etabliert hat – und das der Community sauer aufgestoßen war, nachdem das Studio zuvor öffentlich versprochen hatte, neue Kartenabschnitte würden über reguläre Updates für alle freigeschaltet. Dieses Versprechen wurde stillschweigend aus der Kommunikation entfernt. Dass Full Circle nun nahtlos an derselben Monetarisierungsschraube dreht, ist daher kaum überraschend – aber mindestens ebenso enttäuschend.
Fingerflips, Spot Battles und der X Games-Deal
Abseits der Zugangsdebatte liefert Season 4 handfesten Content. Fingerflips kehren offiziell zurück – und Full Circle betont, dass die Variationsbreite weit über das hinausgeht, was in früheren Titeln der Reihe möglich war. Von „Coffin Fingerflips“ über „BS Fingerheels“ bis zu „Double Grab Fingerflips“ listet die offizielle Skatepedia eine Armada neuer Trick-Kombinationen. Die Entwickler räumen im Dev-Update offen ein, dass sie bei der schieren Menge an Permutationen selbst mit der Namensgebung kämpfen: „Einige dieser Tricks… ist das ein Fingerflip und dann ein Fingerheel? Oder ein Finger-Heel-Flip?“
Ebenfalls neu und für Mitte der Saison angekündigt: X Games Spot Battles, ein rundenbasierter Wettkampfmodus, der über drei Runden an sechs Locations in San Vansterdam ausgetragen wird. Pro Runde gilt: Wer stürzt, ist raus. Die täglichen Highscores werden direkt am Spot angezeigt – allerdings nur serverbasiert, nicht global. Dazu kommen Freundschaftscodes, ein sechsstelliges System, das die plattformübergreifende Freundesuche vereinfachen soll. Ein längst überfälliges Quality-of-Life-Feature für ein Spiel, das seit September 2025 im Early Access steckt.
Die Partnerschaft mit X Games ist unterdessen das marketingtechnische Aushängeschild der Saison. Nach der Nike SB-Kollaboration aus Season 3 ist es der zweite große Name, den EA in San Vansterdam platziert. Auf dem Papier liefert Full Circle damit ein stimmiges Gesamtpaket: Wettkampf-Flair im Stadion, echtes Event-Branding, neue Marken wie Spitfire Wheels, Real Skateboards und Thunder Trucks im skate.Pass. Die Frage ist nur, ob die Spieler das Paket auch annehmen.
Der Balanceakt zwischen Content und Bezahlschranken
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: skate. verzeichnet auf Steam aktuell rund 2.000 gleichzeitige Spieler – ein Bruchteil der knapp 135.000 zum Early-Access-Start im September 2025. Die Bewertungen pendeln bei „Ausgeglichen“. Dass Full Circle parallel zum Season-3-Launch Stellen abbauen musste, macht die Gemengelage nicht einfacher. Das Studio sprach damals von einer „Neugestaltung der Teamstruktur“, um schneller auf Community-Feedback reagieren zu können – ein Statement, das mit weniger Personal schwerer einzulösen sein dürfte.
Auch technisch bleibt einiges in der Schwebe: Einen Nachtmodus für San Vansterdam wird es laut Executive Producer Mike auf absehbare Zeit nicht geben – die Stadt sei „größer, dichter und deutlich komplexer“ als die Grom-Insel. Proximity Chat, Underflips und verbesserte Footplants stecken noch in der Entwicklung, das Matchmaking-System wurde zurück auf „On the Radar“ gestuft. Es sind dieselben Baustellen, die das Spiel seit Monaten begleiten.
Im direkten Vergleich zu Genre-Konkurrenten wie Session: Skate Sim oder Skater XL, die beide als vollwertige Kaufprodukte ohne saisonale Bezahlschranken funktionieren, geht skate. den ungleich aggressiveren Weg. Ein Free-to-Play-Titel, der essenzielle Kartenbereiche hinter Premium-Pass oder zeitgesteuerte Tagespässe schiebt, muss sich die Frage gefallen lassen, ob hier „kostenlos“ noch das richtige Etikett ist – oder ob es längst „kostenpflichtig mit Demo-Charakter“ heißen müsste.


