Thyssenkrupp profitiert von Übernahmegerüchten und Sektoroptimismus
Die Aktien von Thyssenkrupp haben sich am Dienstag aufgrund positiver Branchentrends und eines Berichts über mögliche Verkaufsdetails der Stahlsparte an den indischen Jindal-Konzern deutlich verbessert. Im MDax notierte Anteile stiegen morgens um beachtliche 4,6 Prozent auf 10,04 Euro, womit sie die 10-Euro-Marke wieder überschritten und sich dem jüngst erreichten Oktoberhoch näherten.
Der Stahlsektor erlebte am Mittwoch allgemein einen Aufschwung, wie die Kursentwicklungen von Salzgitter und ArcelorMittal mit Anstiegen von 2,3 bzw. drei Prozent verdeutlichen. Der Optimismus in der Branche rührt von der potenziellen Profitabilität im Jahr 2026 durch von der EU geplante Schutzmaßnahmen gegen Billigimporte aus China her. Weitere positive Impulse könnten von deutschen Infrastrukturinvestitionen und einem möglichen Wiederaufbau der Ukraine ausgehen, sofern der Krieg mit Russland ein Ende findet.
Die US-Bank Morgan Stanley äußerte sich besonders positiv zu ArcelorMittal. Sie erhöhte die Einstufung auf "Overweight" und sieht die Aktie als Favoriten im Sektor. Diese Bewertung ließ den Aktienkurs auf den höchsten Stand seit 14 Jahren klettern. Analyst Alain Gabriel prognostiziert weiteres Potential für den europäischen Stahlmarkt durch Maßnahmen zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit. Für Thyssenkrupp und Salzgitter erhöhte er zwar die Kursziele, bleibt jedoch mit einer "Underweight"-Bewertung zurückhaltend.
Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters wird weiterhin ein praktikabler Weg für den Verkauf der Thyssenkrupp-Stahlsparte an Jindal gesucht. Ein möglicher erster Schritt könnte darin bestehen, dass Jindal 60 Prozent von Thyssenkrupp Steel Europe erwirbt. Weiteren Fortschritten in der Sanierung folgend könnten später zusätzliche Anteile verkauft werden. Ein kritischer Punkt bleibt die Absicherung von Pensionsverpflichtungen.
Ein Händler merkte an, dass der Verkauf der Stahlsparte allmählich greifbarer erscheint, nachdem jahrelang kein Käufer gefunden werden konnte. Um das Interesse weiter anzuheizen, bedarf es jedoch konkreter Bestätigungen.

