Outward 2 hat endlich einen Termin – und adressiert jede Schwäche des Originals
Nine Dots Studio schickt dich am 7. Juli 2026 zurück nach Aurai: Outward 2 startet in den Early Access auf PC, und schon ab dem 26. Mai kannst du in einer geschlossenen Beta erste Schritte wagen. Der Nachfolger des polarisierenden Survival RPGs von 2019 verspricht besseren Kampf, lebendigere Welten und eine Geschichte, die diesmal wirklich fesseln soll. Ob das kanadische Kleinstudio seine ambitionierten Versprechen halten kann, bleibt die spannendste Frage des Sommers.
Vom Geheimtipp zum ambitionierten Nachfolger: Was Outward 2 besser machen will
Das Original Outward war 2019 ein faszinierender Sonderling. Kein anderes RPG zwang dich so konsequent, deinen Rucksack vor dem Kampf abzuwerfen, Fallen zu legen und Proviant einzupacken wie für einen echten Wanderurlaub. Gleichzeitig kämpfte das Spiel mit steifer Animation, hakeligem Nahkampf und einer Welt, die trotz ihrer Größe manchmal erschreckend leer wirkte – die Kritikerwertungen pendelten sich entsprechend im Mittelfeld ein. CEO Guillaume Boucher Vidal benennt genau diese Baustellen erstaunlich offen: „Wir haben vier Schlüsselbereiche identifiziert, in denen wir Outward 2 besser machen können, sollten und müssen: Charaktererstellung, Erzählung, eine lebendigere Welt und besserer Kampf.“ Das klingt nach PR Playbook, aber die konkreten Neuerungen deuten darauf hin, dass Nine Dots tatsächlich zugehört hat. Wo Konkurrenten wie Crimson Desert auf cineastische Inszenierung setzen, verdoppelt Outward 2 sein Alleinstellungsmerkmal: Du bist kein auserwählter Held, sondern ein gewöhnlicher Abenteurer, der im Dreck landet und weitermachen muss.
Neue Systeme, altes Prinzip: Die wichtigsten Features im Überblick
Die Feature Liste liest sich wie eine gezielte Antwort auf jede Beschwerde aus dem Vorgänger:
- Drei Startszenarien und elf Hintergründe bestimmen, wo und wie dein Abenteuer beginnt
- Ein vollständiger Jahreszeitenzyklus verändert Aurais vier Regionen mit eigenen Biomen und saisonalem Gameplay
- Das neue Übungssystem lässt passive Fähigkeiten organisch wachsen – je nachdem, wie du tatsächlich spielst
- Rituelle Zauber ersetzen klassisches Knöpfchendrücken: Schleudere einen Feuerstein in die Luft und erschaffe einen Flammenring um dich
- Jede Waffe besitzt ein eigenes Angriffsset mit überarbeiteten Animationen für mehr Flüssigkeit
- Ein verdientes Maultier erweitert dein Inventar, ist aber verwundbar und beeinflusst deine Routenplanung
- Splitscreen und Online Koop für zwei Spieler bleiben erhalten
Besonders das Übungssystem klingt vielversprechend. Statt starrer Skilltrees belohnt Outward 2 dich für deinen tatsächlichen Spielstil – wer viel mit Schwert und Schild kämpft, wird darin organisch besser. Spezialtrainer, verstreut über ganz Aurai, vermitteln gegen Bezahlung fortgeschrittene Techniken. Das erinnert an die besten Momente aus Gothic, wo Lehrer hinter jeder Ecke lauerten.
Early Access als Chance und Risiko zugleich
Outward 2 erscheint am 7. Juli via Steam, Epic Games Store und GOG – zunächst ausschließlich für PC. Die geschlossene Beta startet bereits am 26. Mai. Wer die Vorgeschichte des Survival RPGs und seine neuen Gameplay Mechaniken kennt, weiß: Nine Dots Studio ist ein winziges Team aus Québec mit großen Visionen. Genau das macht den Early Access sowohl zur Stärke als auch zum Risiko. Der Vorgänger brauchte die Definitive Edition und zwei DLCs, um wirklich rund zu laufen. Dass Nine Dots diesmal transparent mit einer Early Access Phase startet, ist zumindest ehrlicher als ein halbgarer Launch zum Vollpreis. Der humorvolle Trailer, in dem ein „Mr. Potato“ das Spiel auf absurd niedrigen Specs vorführt, zeigt außerdem Selbstironie – eine Eigenschaft, die in der Branche rar geworden ist. Bereits beim Steam Playtest im Dezember 2025 sammelte das Studio wertvolles Feedback, das jetzt in die Early Access Version einfließen soll.


