Resident Evil Requiem: Die Arbeiten am kommenden Survival-Horror-Titel begannen bereits vor sechs Jahren
Die Entwicklung von Resident Evil Requiem verlief alles andere als geradlinig. Seit Jahren kursierten Gerüchte über dramatische Neuausrichtungen, verworfene Open-World-Konzepte und Multiplayer-Elemente, die letztlich auf dem Schneidefeld landeten. Nun bringt Director Koshi Nakanishi Licht ins Dunkel: Die Arbeiten am kommenden Survival-Horror-Titel begannen bereits vor sechs Jahren in kleinem Rahmen, doch die Version, die Spieler bald erleben werden, nahm erst vor drei Jahren ihre endgültige Gestalt an. Diese Enthüllungen werfen nicht nur Fragen zur kreativen Entwicklung auf, sondern zeigen auch, wie radikal Capcom seine Vision anpasste, um zu den Wurzeln der Franchise zurückzukehren.
Von bescheidenen Anfängen zum vollwertigen Projekt
In einem Interview mit dem PlayStation Blog Japan offenbarte Nakanishi, dass die ersten Schritte an Resident Evil Requiem vor etwa sechs Jahren auf kleiner Basis begannen. „Allerdings entstand die aktuelle Form, die jetzt alle gespielt haben, vor ungefähr drei Jahren“, präzisierte der Director. Diese zeitliche Einordnung erklärt, warum das Spiel relativ unkompliziert in Richtung einer reinen Single-Player-Erfahrung umschwenken konnte, nachdem frühere Konzepte mit Open-World- und Multiplayer-Komponenten verworfen wurden. Die Entwicklung startete nach dem offensichtlichen Abschluss von Ethans Geschichte mit Resident Evil 7 und dem achten nummerierten Titel Resident Evil Village. Interessanterweise wurde Village von Morisama Sato geleitet, was Nakanishi ermöglichte, sich vollständig auf Requiem zu konzentrieren.
Zurück zu den narrativen Wurzeln der Franchise
Beide Titel – Resident Evil 7 und Village – spielten eine entscheidende Rolle bei der Formung der Design-Philosophie für das neue Spiel. Dennoch entschied sich das Team letztendlich für eine Rückkehr nach Raccoon City, motiviert durch deutliches Spieler-Feedback. Nakanishi räumt ein, dass die beiden vorangegangenen Spiele bewusst losgelöst vom etablierten Kanon konzipiert wurden: „Wir sind dankbar, dass Resident Evil 7 und 8 hohes Lob erhielten, aber sie wurden bewusst etwas abgetrennt von der Geschichte bis Resident Evil 6 geschrieben.“ Diese narrative Distanz habe das Team angespornt, wieder zur ursprünglichen Story zurückzukehren – eine Entscheidung, die vermutlich langjährige Fans besonders schätzen werden, die sich nach klassischem Resident Evil-Lore sehnen.
Kein Demo, aber überwältigende Vorbestellungen
Resident Evil Requiem erscheint am 27. Februar 2026, und anders als bei früheren Einträgen wird es keine Demo geben – eine Entscheidung, die durchaus kontrovers diskutiert wird. Dennoch scheint das Interesse ungebrochen: Die Vorbestellungen haben Capcoms Erwartungen bereits übertroffen, und Analysten prognostizieren, dass der Titel die Umsätze des Publishers auf neue Höhen treiben könnte. Diese kommerziellen Aussichten rechtfertigen rückblickend vielleicht auch die dreijährige Phase intensiver Umstrukturierung, die aus einem vagen Konzept ein fokussiertes Produkt formte.
Lessons Learned aus zwei erfolgreichen Vorgängern
Die parallele Entwicklung von Village und die Erfahrungen mit Resident Evil 7 flossen direkt in das Umgebungsdesign von Requiem ein. Beide Spiele experimentierten mit unterschiedlichen Perspektiven und Settings – das claustrophobische Baker-Anwesen versus das weitläufige osteuropäische Dorf – und diese Kontraste informierten offensichtlich die Gestaltung der urbanen Apokalypse von Raccoon City. Nakanishis Kommentare legen nahe, dass Capcom diesmal bewusst die Balance zwischen Innovation und Traditionsbewusstsein sucht, ein Spagat, der für Franchises mit derart loyalen Fanbases immer heikel bleibt.
Ein riskanter Release ohne Testballon
Die Entscheidung gegen eine Demo ist bemerkenswert, besonders nach der erfolgreichen Demo-Strategie bei Village. Möglicherweise vertraut Capcom darauf, dass die Marke Resident Evil und die positive Mundpropaganda ausreichen – oder das Studio möchte narrative Überraschungen nicht vorab preisgeben. So oder so: Requiem wird ohne das übliche Safety-Net eines öffentlichen Testlaufs starten, was entweder kühnes Selbstvertrauen oder kalkuliertes Risiko sein könnte.


