Resident Evil Requiem läuft auf der Nintendo Switch 2 – und selbst der Regisseur traute seinen Augen nicht
Wenn ein Entwickler bei seinem eigenen Spiel einen Doppel- nein, einen Dreifachblick braucht, um zu glauben, was er da vor sich hat, dann sagt das mehr als jede Pressemitteilung. Koshi Nakanishi, Regisseur von Resident Evil Requiem, hat offen darüber gesprochen, wie verblüfft das gesamte Entwicklungsteam war, als das Spiel erstmals auf Nintendos neuer Konsole lief. Was zunächst wie ein gewagtes Experiment wirkte, entpuppte sich als eine der überraschendsten Erkenntnisse der jüngsten Entwicklungsgeschichte der Reihe.
Skepsis, Staunen und ein dreifaches Hinschauen
„Als wir, das Entwicklungsteam, es zum ersten Mal in unseren Händen sahen, waren wir selbst skeptisch – wir mussten dreimal hinschauen“, gab Nakanishi in einem Creator’s-Voice-Video zu Protokoll. Die Sorge war durchaus berechtigt: Resident Evil Requiem gilt als eines der visuell anspruchsvollsten Horrorspiele der jüngsten Zeit, und die Vorstellung, es auf einer Handheld-Konsole zum Laufen zu bringen, klang zunächst nach einem Kompromiss. Doch die Nintendo Switch 2 widerlegte alle Bedenken. „Es lief alles so reibungslos, dass wir beschlossen haben, das Spiel einfach so zu nehmen, wie es ist, und es für das System zu entwickeln“, sagte Nakanishi. Im Handheld-Modus sehe es schlicht „großartig“ aus – ein Urteil, das angesichts der Vorgeschichte der Reihe auf Nintendo-Hardware durchaus Gewicht hat.
Warum diese Überraschung keine leere Floskel ist
Der Hintergrund macht Nakanishis Staunen noch greifbarer: Als Capcom zuletzt ein aktuelles Resident Evil-Spiel auf einer Nintendo-Konsole veröffentlichen wollte, war der Weg über Cloudstreaming der einzig gangbare. Die originale Nintendo Switch war schlicht zu schwachbrüstig, um Resident Evil 7: Biohazard nativ zu stemmen. Dass Resident Evil Requiem nun ohne Einschränkungen und ohne Umwege auf der Nintendo Switch 2 läuft, markiert eine echte Zäsur – und zeigt, welchen Leistungssprung Nintendos neue Konsole vollzogen hat.
GameChat, Horror und die Philosophie hinter der Angst
Nakanishi lobte darüber hinaus das GameChat-Feature der Nintendo Switch 2 als nahezu maßgeschneidert für das Horrorgenre: Selbst wer das Spiel allein nicht wagt, könne Freunde einladen, einfach zuzuschauen – eine soziale Dimension, die dem Spielerlebnis eine neue Ebene hinzufügt. In diesem Zusammenhang äußerte sich Nakanishi auch grundsätzlicher über das Wesen von Horrorspielen, die er für häufig missverstanden hält. Nicht das Erschrecken stehe im Vordergrund, sondern das befreiende Gefühl danach. „Die Resident-Evil-Reihe dreht sich um die Umkehrung der Ereignisse: das Gefühl der Erleichterung, das nach der Angst kommt.“ Eine Auffassung, die erklärt, warum die Reihe seit Jahrzehnten so viele Menschen in ihren Bann zieht. Resident Evil Requiem erscheint für PC, PS5, Xbox Series X/S und Nintendo Switch 2.


