Resident Evil Requiem: Keine Open World, aber Einflüsse aus Teil 7 und 8
Wer auf ein vollwertiges Open-World-Survival-Horror-Spektakel gehofft hatte, muss umdenken. Producer Masato Kumazawa stellte im Gespräch mit GameSpot unmissverständlich klar: Resident Evil Requiem wird keine offene Spielwelt bieten. Dennoch brodelt die Gerüchteküche über weitläufige Level für Leon, die Fahrzeuge erfordern – nicht zuletzt wegen der offiziellen Kooperation mit Porsche, die ihm einen maßgeschneiderten Cayenne Turbo GT zur Verfügung stellt. Diese scheinbaren Widersprüche werfen faszinierende Fragen zur tatsächlichen Struktur des Spiels auf, während Director Koshi Nakanishi enthüllt, dass das technische Fundament stark von Resident Evil 7 und Village beeinflusst wurde. Was genau bedeutet das für Raccoon City und darüber hinaus?
Spielmechaniken treffen auf moderne Technik
Kumazawa betonte, dass sein Team eine „andere Richtung“ als in vorherigen Titeln eingeschlagen habe. Nakanishi präzisierte dies, indem er erneut erläuterte, dass Graces Gameplay dem klassischen Resident Evil 2 ähnelt, während Leons Abschnitte stärker an Teil 4 angelehnt sind. Die wirklich spannende Entwicklung vollzieht sich jedoch auf technischer Ebene. „Wenn wir über die technischen Aspekte sprechen – die Darstellung von Charakteren, Umgebungen und dergleichen –, dann haben sie grundsätzlich das genommen, was sie durch 7 und 8 gelernt haben, und es natürlich hier eingesetzt“, erklärte Nakanishi. Das Team konzentrierte sich darauf, das Gameplay von Teil 2 und 4 weiterzuentwickeln, während Ausdrucksformen und künstlerische Leitung massiv vom Know-how aus Resident Evil 7: biohazard und Village profitierten. Diese Synthese verspricht eine optische Pracht und atmosphärische Dichte, die bisherige Einträge übertreffen könnte.
Vernetzte Areale statt echter Open World
Resident Evil 7 und Village waren ebenfalls keine Open-World-Spiele, doch ihre Gebiete waren weitgehend miteinander verknüpft und verfügten über zentrale Knotenpunkte, die als Dreh- und Angelpunkte fungierten. Spieler durchstreiften wiederholt dieselben Schauplätze, wobei cleveres Leveldesign für organische Progression sorgte. Könnte Requiem einen ähnlichen Ansatz verfolgen? Die Gerüchte über Leons Außenbereiche und Fahrzeugnutzung legen nahe, dass größere, verbundene Zonen existieren – möglicherweise mit mehreren Hubs, die eine weitläufigere Welt bilden. Raccoon City ist schließlich nicht der einzige Schauplatz: Das Rhodes Hill Chronic Care Center, wo sich Victor Gideon mutmaßlich verschanzt hält, deutet auf geografische Vielfalt hin. Diese Struktur könnte das Beste zweier Welten vereinen: die Enge klassischer Survival-Horror-Level kombiniert mit der Freiheit, größere Distanzen zurückzulegen.
Porsche-Kooperation wirft Fragen auf
Die offizielle Partnerschaft mit Porsche, die Leon einen exklusiven Cayenne Turbo GT als Fortbewegungsmittel beschert, befeuert Spekulationen über die tatsächliche Größe spielbarer Areale. Würde Capcom eine solch prominente Markenkooperation eingehen, wenn das Fahrzeug nur in wenigen Cutscenes auftauchen würde? Logischerweise deutet dies auf spielbare Fahrsequenzen hin – ob als direktes Gameplay-Element oder als narratives Vehikel für Transitions zwischen Hubs, bleibt abzuwarten. Die Inszenierung von Umgebungen, die sich aus den technischen Errungenschaften von Teil 7 und 8 speist, könnte durchaus großflächige Outdoor-Szenarios beinhalten, die dennoch dem linearen Kerndesign folgen. Vielleicht erleben wir eine Evolution des Konzepts, das Village mit seinem Dorf als Mittelpunkt etablierte – nur diesmal urbaner, weitläufiger und mit motorisierter Verstärkung.
Wenige Wochen bis zum Release
Am 27. Februar 2026 erscheint Resident Evil Requiem für PlayStation 5, Xbox Series X/S, PC und Nintendo Switch 2. Die plattformübergreifende Veröffentlichung unterstreicht Capcoms Ambition, eine möglichst breite Zielgruppe anzusprechen. Während die Entwickler vehement dementieren, eine offene Spielwelt zu bieten, deutet alles auf ein hybrides Design hin, das klassische Horror-Mechaniken mit modernem Leveldesign verbindet. Die kommenden Wochen dürften weitere Einblicke bringen, ob Requiem tatsächlich jene Balance findet zwischen beengender Klaustrophobie und räumlicher Großzügigkeit, die Fans seit Jahren erhoffen. Die Synthese aus bewährten Gameplay-Elementen und technischen Innovationen der jüngsten Ableger könnte sich als Meilenstein erweisen – oder als ambitioniertes Experiment, das an seinen eigenen Widersprüchen scheitert.


