GTA 6 hat wohl eine komplett neue Engine – Ex Rockstar Entwickler ist sich sicher
Rund um Grand Theft Auto 6 verdichten sich die Hinweise, dass Rockstar Games bei diesem Titel nicht einfach auf bewährten Grundlagen aufbaut, sondern die technische Basis des Spiels von Grund auf neu gedacht hat. Ein ehemaliger Mitarbeiter des Studios hat nun eine bemerkenswerte Einschätzung abgegeben – und wer die Zahlen hinter der Entwicklung kennt, wird sie kaum von der Hand weisen können.
Eine Engine, neu erschaffen – aus gutem Grund
Rob Carr, ehemaliger Audioingenieur bei Rockstar, äußerte sich in einem Interview mit bemerkenswerter Deutlichkeit: Er ist der festen Überzeugung, dass das Team hinter Grand Theft Auto 6 die RAGE Engine vollständig überarbeitet, wenn nicht sogar von Grund auf neu geschrieben hat. „Ich wäre sehr erstaunt, wenn sie das nicht getan haben“, sagte er, „denn die technologische Architektur hat sich seit GTA 5 erheblich weiterentwickelt.“ Seine Begründung klingt einleuchtend: Grand Theft Auto 5 war noch für die PlayStation 3 und die Xbox 360 entwickelt worden – Konsolen, die inzwischen drei Generationen zurückliegen. Dass eine Engine aus dieser Ära den heutigen Anforderungen ohne tiefgreifende Überarbeitung standhalten könnte, ist schlicht unrealistisch. Carr betonte dabei ausdrücklich, dass er keinen direkten Einblick in die aktuelle Entwicklung hat, sein Urteil aber auf jahrelanger Erfahrung mit dem Studio und seiner Technologie basiert.
Lange Entwicklungszeit, enormer Aufwand
Die Entstehungsgeschichte von Grand Theft Auto 6 ist von beachtlicher Dauer. Take-Two Interactive zufolge begann die Entwicklung „ernsthaft“ im Jahr 2020, doch öffentlich zugängliche Unterlagen deuten darauf hin, dass bereits ab dem 31. März 2019 erhebliche Summen in das Projekt geflossen sind. Gerüchte über einen internen Neustart um 2020 kursieren ebenfalls – wie weit die Anfänge tatsächlich zurückreichen, bleibt damit offen. Dass ein so langer Entwicklungszeitraum auch mit einem umfassenden technischen Neuaufbau verbunden ist, erscheint vor diesem Hintergrund plausibel. Frühere Berichte über einen ehemaligen Grafikprogrammierer, der an der Entwicklung prozeduraler Glassimulationen beteiligt war, sowie Gerüchte über physikalisch simuliertes Wasser und dynamisches Wetter in Echtzeit passen gut ins Bild.
Alte Mechaniken, neue Dimensionen
Carr ist nicht nur überzeugt, dass die Engine neu gebaut wurde – er geht auch davon aus, dass Rockstar bewährte Spielmechaniken aus früheren Titeln aufgreift und weiterentwickelt. Als Beispiel nannte er das Dead-Eye-System aus Red Dead Redemption, das in Grand Theft Auto 5 als charakterspezifische Fähigkeit adaptiert wurde: Michaels Zeitlupeneffekt im Kampf, Franklins Fahrkontrolle oder Trevors Berserker-Modus zeigen, wie das Studio Ideen über Franchisegrenzen hinweg weiterdenkt. Welche Mechaniken konkret in Grand Theft Auto 6 landen werden, ist noch unbekannt – aber die Vorstellung, dass Rockstar hier erneut quer durch seine eigene Geschichte schöpft, macht durchaus Appetit auf das, was noch kommt. Das Spiel soll am 19. November für PlayStation 5 und Xbox Series X/S erscheinen, der erwartete Preis liegt für die Standardedition bei rund 70 Euro. Die offizielle Marketingkampagne soll noch im Sommer anlaufen, sodass konkrete Details bald folgen dürften.

