PIF reduziert Gigaprojekt-Bewertungen um 8 Mrd. US-Dollar – Neom unter Druck
Saudi-Arabiens Public Investment Fund (PIF) hat den Buchwert seiner heimischen Gigaprojekte, darunter das Prestigeprojekt Neom, um rund 8 Mrd. US-Dollar gesenkt. Zum Jahresende 2024 lagen die Bewertungen dieser Vorhaben bei umgerechnet 56 Mrd. US-Dollar, 12,4 % weniger als im Vorjahr. Laut PIF resultiert die Abwertung aus gestiegenen Budgetkosten, angepassten Projektplänen und den Folgen der weltwirtschaftlichen Lage.
Neom – mit einem geplanten Volumen von 500 Mrd. US-Dollar – steht für die ehrgeizige Vision des Kronprinzen Mohammed bin Salman, das Königreich wirtschaftlich zu diversifizieren. Doch sinkende Ölpreise belasten den Staatshaushalt, und mehrere Teilprojekte werden geprüft, verschlankt oder zeitlich gestreckt. Der Ölsektor liefert weiterhin über 60 % der Staatseinnahmen, und auch Aramco leidet: Der Aktienkurs ist seit Jahresbeginn um 14,3 % gefallen, Dividenden wurden gekürzt.
Trotz der Wertberichtigung wuchs das Gesamtvermögen des Fonds im Jahr 2024 um 19 % auf rund 913 Mrd. US-Dollar. Treiber war unter anderem die Übertragung weiterer 8 % der Aramco-Anteile durch die Regierung, womit der PIF nun 16 % hält. Der Anteil internationaler Investitionen sank hingegen von 20 % auf 17 %, während mehr als ein Drittel des Portfolios in saudischen Unternehmen liegt.
Die Gigaprojekte machen mittlerweile nur noch 6 % des Portfolios aus, nach 8 % im Vorjahr. PIF-Chefstrategen verweisen auf langfristige Ziele im Rahmen von Vision 2030, akzeptieren jedoch kurzfristige Bewertungsdellen – nicht unähnlich zu anderen Staatsfonds wie dem norwegischen Pendant, das ebenfalls Verluste auswies.


