Berliner Süden wieder am Netz: Stromausfall nach Anschlag endet
Das Warten hat ein Ende: Nach dem großflächigen Stromausfall im Berliner Südwesten sind die Lichter in den betroffenen Gebieten wieder angegangen. Stück für Stück soll die Versorgung alle Haushalte abdecken, begleitet von der Ankündigung vorübergehender Unterbrechungen durch die Stromnetzgesellschaft. Diese Vergleiche erinnern an das Umstecken eines Steckers, um die Notleitung am Teltowkanal zu sichern.
Die letzten Tage waren geprägt von Ungewissheit und der drängenden Frage nach Energieversorgung. Mit zielgerichteter Kommunikation wurden lebenswichtige Institutionen beruhigt, während Verbraucher animiert wurden, Vorsicht walten zu lassen. Insbesondere gilt, leistungsstarke Geräte zunächst nicht zu nutzen, um eine stabile Stromversorgung sicherzustellen.
Der Stromausfall, der auf einen Anschlag in Steglitz-Zehlendorf zurückgeht, überschreitet als längste Unterbrechung seit dem Krieg die Geschichtsbücher. 45.000 Haushalte und 2.200 Betriebe wurden plötzlich in Dunkelheit versetzt, der Alltag von rund 100.000 Berlinern abrupt unterbrochen. Eine komplexe wie behelfsmäßige Lösung brachte die erhoffte Erleichterung: Eine temporäre Verbindung vereinte leistungsstarke Leitungen am Umspannwerk Dahlem.
Parallel dazu schreitet die Ermittlung voran. Die Bundesanwaltschaft legte die Latte hoch, indem sie von verfassungsfeindlicher Sabotage und terroristischer Betätigung sprach. Eine linksextremistische Gruppe hat sich zur Tat bekannt; das Entwirren der Hintergründe gestaltet sich trotz intensiver Spurensuche schwierig.
"Vulkangruppen" sind seit Jahren berüchtigt und verleihen mit Anschlägen in Berlin und Brandenburg ihrer anarchistischen Agenda Ausdruck. Die Innensenatorin zeigt sich besorgt, während CDU-Generalsekretär Linnemann keine Zurückhaltung übt und deutlich das Wort "Terror" gebraucht. Es bleibt abzuwarten, welche Konsequenzen dieser Vorfall auf Sicherheits- und Energiepolitik haben wird.

