Börsen im Spannungsfeld: Ölmärkte unter Druck, Stahl- und Pharmasektor profitieren
Die europäischen Aktienmärkte zeigten am Mittwoch eine leichte Abwärtsbewegung, was die bereits begonnenen Konsolidierungstendenzen verstärkte. Diese Tendenzen waren zuvor durch die anziehenden US-Börsen überlagert worden. Der EuroStoxx 50 fiel zur Mittagszeit um 0,26 Prozent auf 5.916,49 Punkte. Außerhalb der Eurozone präsentierten sich die Märkte uneinheitlich. Der britische FTSE 100 sank um 0,5 Prozent auf 10.071,66 Punkte, da der Index unter der Schwäche bei den Ölwerten litt. Hingegen verbuchte der Schweizer SMI einen Anstieg um 0,42 Prozent auf 13.378,12 Punkte, was auf die Stärke im Pharmabereich zurückzuführen war.
Die Stimmung an den europäischen Börsen wurde von negativen Impulsen aus Asien beeinflusst. Die politischen Spannungen zwischen China und Japan verschärfen sich erneut, nachdem China Exportbeschränkungen für militärrelevante Güter nach Japan angekündigt hat. Am stärksten betroffen war der Ölsektor, insbesondere durch die Festnahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro durch die USA. Venezuela, als eines der ölreichsten Länder der Welt, hat zwar nur einen kleinen Anteil am globalen Ölmarkt, doch US-Präsident Donald Trump erwägt Subventionen für Ölkonzerne, die den Wiederaufbau der venezolanischen Energieinfrastruktur unterstützen könnten. Analyst Jochen Stanzl von der Consorsbank warnte, dass dies in einem überdimensionalen Ölangebot gipfeln könnte, während die Nachfrage bereits schwächelt.
Trotz der Rohstoffschwäche konnten Stahlwerte zulegen. ArcelorMittal stieg um 2,6 Prozent, nachdem Morgan Stanley die Aktie positiv bewertet und hochgestuft hatte. Der Aktienkurs erreichte den höchsten Stand seit 14 Jahren.
Auch Pharmaunternehmen stießen auf Interesse. Roche erzielte einen Gewinn von über einem Prozent, gestützt durch eine positive Neubewertung seitens Barclays mit einem angehobenen Kursziel. Analyst James Gordon sieht für das Unternehmen eine starke operative Entwicklung und Umsatzsteigerungen durch neue Produkte.
Immobilienaktien zählten ebenfalls zu den Gewinnern des Tages. Analyst Stanzl äußerte, dass venezolanisches Öl zu Zinsspekulationen führen könnte, da fallende Benzinpreise in den USA neue geldpolitische Lockerungen seitens eines möglichen neuen US-Notenbankchefs unterstützen könnten.

