Arbeitsmarkt

Arbeitslosigkeit nimmt weiter zu - 2026 Erholung erwartet

07. Januar 2026, 13:03 Uhr · Quelle: dpa
Bundesagentur für Arbeit
Foto: Irena Güttel/dpa
Im Dezember steigt die Arbeitslosigkeit: Betriebe stellen vor dem Jahresende weniger ein und in der kalten Jahreszeit gibt es weniger Außenjobs.
Die Arbeitslosigkeit in Deutschland hat im Dezember zugenommen und erreicht ein hohes Niveau. Eine Besserung ist erst ab 2026 erwartet.

Nürnberg (dpa) - Zum Jahresende ist die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland weiter gestiegen und liegt so hoch wie seit Jahren nicht mehr. Ab Mitte 2026 könnte sich der Arbeitsmarkt etwas erholen - vorausgesetzt die Wirtschaft nimmt wie erwartet Fahrt auf. Der demografische Wandel, die Transformation der Wirtschaft oder handelspolitische Unsicherheiten könnten diese Entwicklung jedoch ausbremsen, sagte die Chefin der Bundesagentur für Arbeit (BA), Andrea Nahles. «2026 wird für den Arbeitsmarkt deshalb ein Jahr mit Licht und Schatten.» 

Winterpause lässt Arbeitslosigkeit steigen 

Im Dezember stieg die Zahl der Arbeitslosen laut der Bundesagentur in Nürnberg verglichen mit dem Vormonat um 23.000 auf 2,908 Millionen. Die Arbeitslosenquote stieg im Vergleich zum November um 0,1 Punkte auf 6,2 Prozent. Für die Dezember-Statistik griff die Bundesagentur auf Daten zurück, die bis zum 11. Dezember vorlagen. 

Dass die Arbeitslosigkeit am Jahresende zunimmt, ist wegen der Winterpause üblich. Vor dem Jahresende stellen Unternehmen erfahrungsgemäß weniger neue Beschäftige ein. Zudem gibt es in der kalten Jahreszeit weniger Außenjobs etwa im Baugewerbe oder der Landwirtschaft. 

Ungünstige Entwicklung 

Doch der Vergleich zum Vorjahr zeigt eindeutig den negativen Trend: Im Dezember 2024 waren noch 101.000 Menschen weniger arbeitslos gemeldet. Höher als am Jahresende 2025 lag die Arbeitslosigkeit zuletzt im Dezember 2010. Damals waren 3,012 Millionen Menschen ohne Job, zugleich war aber auch die Beschäftigung deutlich niedriger. Im Vergleich der Bundesländer lag die Arbeitslosenquote im Dezember in Bayern mit 4,0 Prozent am niedrigsten, in Bremen mit 11,2 Prozent am höchsten. 

Im Zuge der wirtschaftlichen Schwäche habe sich der Arbeitsmarkt im Laufe des Jahres schrittweise in eine ungünstige Richtung entwickelt, sagte Nahles weiter. «Unter dem Strich steht er schwächer da als vor einem Jahr.» Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung - die Menschen in Maßnahmen wie Integrationskursen erfasst - nahmen im Zuge der anhaltenden Wirtschaftsschwäche ihr zufolge das dritte Jahr in Folge zu. 

«Dem Arbeitsmarkt fehlt aktuell der Rückenwind», erklärte der Deutsche Gewerkschaftsbund. «Wer den Arbeitsmarkt wirklich in Fahrt bringen will, muss den Fokus auf kluge Wirtschaftspolitik legen.» Dazu müsse die Bundesregierung die Sozialpartner für einen gemeinsamen Plan einbinden. 

Stillstand bei der Beschäftigung 

Vor allem in der Industrie kostete die Konjunkturflaute Jobs, während im öffentlichen Dienst, im Gesundheits- und Sozialwesen sowie im öffentlichen Dienst die Beschäftigung weiter zunahm - allerdings ausschließlich in Teilzeit, wie Nahles betonte. Im Laufe des Jahres sei das Beschäftigungswachstum zum Stillstand gekommen und liege mit rund 35 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Oktober 2025 in etwa auf dem Niveau des Vorjahres. 

Die Nachfrage nach neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sei weiterhin gering, sagte Nahles. 619.000 offene Stellen waren bei der Bundesagentur im Dezember gemeldet und damit 35.000 weniger als vor einem Jahr. «Im ablaufenden Jahr wurden uns so wenig Stellen neu gemeldet wie noch nie seit der Jahrtausendwende», sagte Nahles. 

Schlechte Chancen für Menschen ohne Abschluss 

Die Chancen für Arbeitslose, einen neuen Job zu finden, stehen damit denkbar schlecht. Das gelte für Junge, für Alte, für Fachkräfte und für gering Qualifizierte gleichermaßen, sagte Nahles. Die Arbeitslosenquote unter Akademikern liege jedoch bei rund 3 Prozent, bei Menschen mit Schulabschluss bei etwa 21 Prozent. Vier von fünf der gemeldeten Stellen seien für Fachkräfte ausgeschrieben. Nichts schütze besser vor Arbeitslosigkeit als eine gute Qualifikation, betonte Nahles. 

2025 nahm auch die Kurzarbeit laut den BA-Zahlen wieder zu. Seit zwei Monaten sei wieder ein Anstieg zu verzeichnen, sagte Nahles. Den aktuellsten hochgerechneten Zahlen nach wurde im Oktober 2025 für 203.000 Beschäftigte Kurzarbeitergeld gezahlt, für 15.000 mehr als im Vormonat. «Das dürfte sich auch kurzfristig nicht ändern.» So meldeten Betriebe vom 1. bis 29. Dezember für 41.000 Beschäftigte Kurzarbeit an. Wie viele diese in Anspruch nehmen, zeigt sich aber erst später. 

Demografischer Wandel zeigt sich deutlich 

Dennoch deutet aus Sicht von Nahles einiges darauf hin, dass die Talsohle auf dem Arbeitsmarkt erreicht ist. Die Prognosen erwarten ihr zufolge für 2026 eine konjunkturelle Belebung. «Nimmt die Wirtschaft Fahrt auf, erholt sich auch der Arbeitsmarkt mit zeitlicher Verzögerung», sagte sie. Im Jahresverlauf sei dann erstmals seit drei Jahren ein leichter Rückgang der Arbeitslosigkeit möglich - jedoch nicht vor Mitte des Jahres 2026. 

Deutliche Spuren wird jedoch der demografische Wandel 2026 auf dem Arbeitsmarkt hinterlassen. Dadurch stehen laut Nahles 40.000 Erwerbstätige weniger zur Verfügung. «Trotz der aktuellen Lage am Arbeitsmarkt wird sich der Fachkräftemangel in vielen Branchen auch deswegen fortsetzen.»

Arbeitsmarkt / Dezember / Bundesagentur für Arbeit / BA / Andrea Nahles / Deutschland / Wirtschaft
07.01.2026 · 13:03 Uhr
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