Neue Dynamik beim LNG-Import über die Ostsee
Der Import von Flüssigerdgas (LNG) über die deutsche Ostsee zeigt eine beeindruckende Entwicklung. Während im ersten Quartal kaum LNG über das Terminal an der Küste Rügens importiert wurde, wies es im zweiten Quartal mit 10,2 Terawattstunden (TWh) die höchste Einspeiseleistung aller deutschen LNG-Terminals auf. An der Nordsee folgten das Terminal in Wilhelmshaven mit 7,4 TWh und Brunsbüttel mit 7,0 TWh.
Wilhelmshavens zweites Terminal, das aktuell noch in der Inbetriebnahmephase ist, trug mit einer Einspeisung von 2,9 TWh zum Gesamtergebnis bei. Diese Entwicklung ist eng mit den strategischen Entscheidungen der Bundesregierung verknüpft, die nach dem russischen Angriff auf die Ukraine den Bau von LNG-Terminals vorantrieb, um die Abhängigkeit von russischen Gasimporten zu verringern.
Die LNG-Terminals deckten im ersten Halbjahr acht Prozent der deutschen Gasimporte ab, entsprechend einer Gesamteinspeisung von 39,3 TWh. Brunsbüttel verzeichnete mit 12,4 TWh den höchsten Einspeisewert des Halbjahres.
Ein Vertreter der Deutschen Regas, die das Terminal an der Ostsee betreibt, betonte die Bedeutung der flexiblen Einspeisemöglichkeiten für LNG-Händler. Wartungsarbeiten beeinflussen jedoch ebenfalls die Kapazitäten der Terminals.
Am Terminal in Mukran machte sich im zweiten Quartal eine erhöhte Aktivität bemerkbar, als fast wöchentlich ein Gastanker anlegte. Währenddessen verschiebt sich die Inbetriebnahme eines weiteren Terminals in Stade aufgrund eines Vertragsstreits.

