US-Militär beschlagnahmt russischen Öltanker im Nordatlantik
Das US-Militär hat im Nordatlantik einen Öltanker unter russischer Flagge konfisziert, aufgrund von Verstößen gegen US-Sanktionen. Der Einsatz, der auf Anordnung eines US-Bundesgerichts stattfand, wurde vom Europa-Kommando der US-Streitkräfte bestätigt. Moskau reagierte bislang nicht offiziell auf die Vorgehensweise der USA, obwohl Russland zuvor ein U-Boot und weitere Schiffe zum Schutz des betroffenen Tankers entsandt haben soll.
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth, der nun vermehrt als Kriegsminister auftritt, betonte die amerikanische Entschlossenheit, Schiffe, die vermeintlich illegales Öl aus Venezuela transportieren, in die Schranken zu weisen. In einem Statement verkündete er, dass nur legitimierter Energiehandel, wie von den USA festgelegt, geduldet werde. Parallel dazu beschlagnahmten die US-Streitkräfte in der Karibik einen weiteren, offiziell staatenlosen Frachter mit Verbindungen zu Venezuela.
Der unter russischer Flagge fahrende Tanker, bekannt als 'Bella-1', entging zuvor einer US-Kontrolle in der Karibik und wurde bis in den Nordatlantik verfolgt. Um der Beschlagnahmung zu entgehen, soll das Schiff den Namen in 'The Marinera' geändert und die Registrierung angepasst haben. Die russische Föderation betrachtet die amerikanische Intervention als 'Piraterie', wie von einem Mitglied des russischen Föderationsrates zitiert wurde.
Berichten zufolge habe das Frachtschiff in dem Moment, als die US-Marine das Schiff besetzte, den Kontakt zum russischen Verkehrsministerium verloren. Das Ministerium teilte mit, dass 'The Marinera' am 24. Dezember vorläufig die Erlaubnis erhalten hatte, unter russischer Flagge zu fahren. In der Karibik wurde zudem das Schiff 'Sophia' von der US-Küstenwache aufgebracht und wird nun im Rahmen laufender Ermittlungen in die USA eskortiert.
US-Präsident Donald Trump hatte bereits vor dem Militäreinsatz eine Seeblockade gegen sanktionierte Öltanker installiert, um die wirtschaftlichen und politischen Pressionen auf Venezuela zu erhöhen. Diese Blockade wird auch nach der Festnahme von Präsident Nicolás Maduro weitergeführt, um politische Veränderungen in dem südamerikanischen Land zu fördern, wie US-Außenminister Marco Rubio erklärte.

