Mehr Transparenz für Fleischliebhaber: Neue Herkunftskennzeichnung in Kraft
Konsumenten, die beim Fleischerwerb großen Wert auf Transparenz legen, dürfen sich nun über einen wesentlichen Fortschritt freuen. Eine frisch in Kraft getretene Verordnung des Bundesagrarministers Cem Özdemir winkt mit deutlich mehr Klarheit über die Ursprünge von Steaks und Schnitzeln. Nun müssen auch unverpackte Fleischwaren von Schweinen, Schafen, Ziegen und Geflügel mit präzisen Herkunftsinformationen versehen sein – eine Neuerung, die zuvor bereits für verpackte Fleischerzeugnisse und Rinderfleisch galt.
Die Etikettierung beinhaltet nun das Aufzucht- sowie das Schlachtland der Tiere. Dabei kann auf den Imbissauslagen oder gar digitalen Displays auf einzelstaatlichen oder mehrstaatlichen Ursprung hingewiesen werden; Einheitlichkeit wird hier großgeschrieben. Zudem erlaubt es eine allgemeine Notation im Laden, wenn sich das Angebot hauptsächlich aus Fleisch eines bestimmten Herkunftslandes zusammensetzt.
Erfreulich ist diese Wendung auch für den Verbraucherzentrale Bundesverband, dessen Chefin Ramona Pop den Wunsch nach mehr Transparenz bis in die Gastronomie und öffentliche Verpflegungsservices ausdehnt. Die positiven Resonanzen spiegeln sich in einer Umfrage wider, laut der ein überwältigender Teil der Befragten dem Herkunftsnachweis eine beträchtliche Bedeutung beimisst.
Özdemir sieht in der neuen Regelung einen Ansporn für Konsumenten, regionale Wirtschaft und nachhaltige Standards zu unterstützen. Skeptiker hegen indes die Hoffnung, dass Verbesserungen im Tier-, Umwelt- und Arbeitsschutz auch wirklich zu einem Standortvorteil führen können. Währenddessen steht zur kommenden Sommerzeit eine evolutionäre Anpassung der Haltungskennzeichnungen ins Haus – von einer einheitlichen Skalierung bis hin zu fünf differenzierten Stufen, darunter auch eine eigens für Bio-Produkte. Dies soll sowohl Supermarktketten als auch ein künftiges staatliches Tierhaltungslogo, voraussichtlich eingeführt 2025, harmonisieren und so Konsumenten eine klarere Orientierung bieten.
Schlussendlich verdichtet diese Gesetzesnovelle das Netz informativer Verbrauchsentscheidungen und könnte in der Zukunft ein Wegweiser auf dem Markt für Fleischprodukte sein, der gleichermaßen Ethik und Genuss miteinander verbindet. (eulerpool-AFX)

