Highguard kämpft ums Überleben! Wildlight Entertainment räumt Probleme ein und setzt auf Inhalte statt Außenwirkung
Manchmal sagt eine heruntergefahrene Webseite mehr als tausend Worte – und im Fall von Highguard hat genau das für mächtig Aufruhr gesorgt. Der Mehrspieler-Shooter von Wildlight Entertainment steht seit seinem turbulenten Launch vor Herausforderungen, die weit über einen technischen Fauxpas hinausgehen. Was hinter dem Schweigen des Studios steckt und wie es mit dem Spiel weitergehen soll, ist eine Geschichte, die so manchen Spieler aufhorchen lässt.
Webseite offline, Reputation ramponiert – und trotzdem weiter
Nachdem die offizielle Webseite von Highguard ohne Vorwarnung vom Netz verschwand, meldete sich ein Entwickler im offiziellen Kanal des Spiels zu Wort und lieferte eine bemerkenswert ehrliche Erklärung: Die Seite werde gerade übertragen und vereinfacht, habe aber schlicht keine Priorität. „Der Reputationsschaden ist bereits angerichtet. Jetzt müssen wir uns einfach darauf konzentrieren, Aktualisierungen und Inhalte zu liefern, um uns zu verbessern“, hieß es dort. Eine Ansage, die in ihrer Nüchternheit sowohl entwaffnend als auch besorgniserregend wirkt. Das Studio hat kurz nach dem Launch massive Entlassungen hinnehmen müssen, ein verbleibender Kernstab trägt die Entwicklung seitdem weiter. Ob die geplante Roadmap, die Inhalte bis Dezember vorsieht, davon unberührt bleibt, ist bislang ungeklärt.
Von 97.000 auf unter 1.000 – ein beispielloser Spielerschwund
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Highguard startete am 26. Januar mit einem beeindruckenden Spitzenwert von knapp 97.000 gleichzeitigen Spielern auf Steam – ein vielversprechender Auftakt für den kostenlosen Mehrspieler-Shooter. Doch der Absturz folgte rasend schnell. Innerhalb weniger Wochen schrumpfte die aktive Spielerschaft auf unter 1.000 Nutzer, was einem Rückgang von annähernd 98,5 Prozent entspricht. Zum Vergleich: Selbst Titel, die als gescheitert gelten, halten sich selten so kurz über Wasser. Die Ursachen sind vielschichtig – Kritik an der generisch wirkenden Spielmechanik, ein missglückter Auftritt bei den The Game Awards 2025, bei dem das Spiel entgegen ursprünglicher Pläne als letzter Titel präsentiert wurde, und schließlich die Entlassungswelle, die das Vertrauen in die Zukunft des Projekts weiter erschütterte.
Neue Inhalte als letztes Mittel
Wildlight Entertainment hat trotz allem nicht kapituliert. Das Studio veröffentlichte einen zeitlich begrenzten 5-gegen-5-Modus, der aufgrund positiver Resonanz dauerhaft ins Spiel übernommen wurde. Darüber hinaus erschien Episode 2 mit einem neuen Wächter, einer neuen Karte, einem Geschichte-Kurzfilm und einem neuen Reittiertyp. Diese Bemühungen zeugen von echtem Durchhaltewillen – ob sie ausreichen, um eine Spielerschaft zurückzugewinnen, die das Spiel bereits abgeschrieben hat, ist jedoch höchst fraglich. Die Kombination aus angeschlagener Außenwirkung, schwindendem Vertrauen und begrenzten Entwicklerkapazitäten macht Highguard zu einem der ungewöhnlichsten Fälle der jüngeren Spielegeschichte: ein Titel, der mit Pauken und Trompeten startete und nun leise um sein Überleben ringt.


