Highguard: Entwickler reagieren auf Kritikflut mit FoV-Slider und Komfort-Updates
Der turbulente Start von Highguard hat Wildlight Entertainment offensichtlich wachgerüttelt. Nur wenige Tage nach dem umstrittenen Launch, der das PvP-Raid-Shooter-Projekt mit „Overwhelmingly Negative“ Steam-Reviews abstürzen ließ, kontert das Studio mit einem gezielten Update. Ab dem 29. Januar erhalten Konsolenspieler endlich FoV-Slider, während alle Plattformen von Toggle-Optionen für ADS und Crouch profitieren – statt die Tasten permanent gedrückt halten zu müssen. PC-Spieler dürfen sich auf erweiterte Grafiksalieriungsoptionen freuen. „Wir haben das Feedback gehört und arbeiten daran, höchst gewünschte Features hinzuzufügen“, verkündete das Studio via Twitter. Ob diese rasche Reaktion ausreicht, um das angeschlagene Vertrauen der Community wiederherzustellen, oder ob tieferliegende Probleme weiterhin schwelen?
Serverseitige Stabilität und langfristige Roadmap
Das angekündigte Update folgt einer serverseitigen Aktualisierung vom Vortag, die akute Stabilitätsprobleme adressierte. Wildlight betont, weiterhin intensiv Spieler-Feedback auszuwerten und an Lösungen für diverse gemeldete Probleme zu arbeiten – ein Zeichen, dass das Studio die Kritik ernst nimmt und nicht einfach abwartet. Die vollständigen Patch Notes sollen zeitgleich mit dem Live-Gang veröffentlicht werden, was zumindest Transparenz signalisiert. Allerdings bleibt abzuwarten, ob diese reaktive Herangehensweise genügt oder ob fundamentalere Design-Entscheidungen überdacht werden müssen, die viele Spieler monieren.
Technische Mängel trotz High-End-Hardware
Die negativen Steam-Reviews konzentrieren sich stark auf mangelhafte Optimierung. Ein besonders drastisches Beispiel: Spieler mit AMD Ryzen 9 9800X3D und Nvidia GeForce RTX 5090 – absoluter Top-Hardware – berichten von lediglich 100 FPS. Solche Performance-Einbrüche auf Enthusiasten-Systemen deuten auf ernsthafte Engine-Probleme hin, die sich nicht durch einfache Settings-Erweiterungen beheben lassen. Weitere häufige Kritikpunkte betreffen die Kartengröße: Viele Spieler empfinden die Maps als zu weitläufig für das 3-gegen-3-Format und plädieren für 5-gegen-5-Matches, um die Räume besser auszufüllen. Diese strukturellen Bedenken lassen sich nicht per Patch aus der Welt schaffen, sondern erfordern möglicherweise grundlegende Gameplay-Anpassungen.
The Game Awards Präsentation als zweischneidige Klinge
Highguards prominente Platzierung am Ende der Game Awards 2025 erwies sich retrospektiv als kontrovers. Co-Founder Chad Grenier erklärte in einem Interview, TGA-Host Geoff Keighley habe „etwas Besonderes“ für Wildlight machen wollen – trotz ursprünglicher Pläne für einen Shadow-Drop à la Apex Legends. „Etwas riskant im Nachhinein“, räumte Grenier ein, „aber anders – einen Free-to-Play PvP Raid Shooter nehmen und etwas damit machen.“ Das hastig zusammengestellte Reveal-Video habe die Gameplay-Schleife und Alleinstellungsmerkmale nicht adäquat kommuniziert, was zu Enttäuschung führte. Diese Selbstkritik zeigt Einsicht, ändert aber nichts an der Tatsache, dass die große Bühne Erwartungen schürte, die der Launch nicht erfüllen konnte.
Spielerzahlen zwischen Erfolg und Ernüchterung
Trotz verheerender Reviews zeigt Highguard bemerkenswerte Resilienz bei den Spielerzahlen. Nach einem Launch-Peak von über 97.000 gleichzeitigen Spielern stabilisieren sich die Zahlen bei über 10.000 aktiven Nutzern – respektabel für einen Free-to-Play-Shooter, aber deutlich unter dem initialen Hype. Diese Diskrepanz zwischen Steam-Bewertungen und tatsächlicher Spielerbasis deutet darauf hin, dass ein Kernpublikum durchaus Gefallen am Titel findet, während ein größerer Teil fundamental unzufrieden bleibt. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob Wildlight mit kontinuierlichen Updates das Blatt wenden oder ob die negativen Mundpropaganda-Effekte die Spielerzahlen weiter erodieren lassen.


