Dämpfer für Söder: CSU-Wahl zeigt Abwärtstrend

Markus Söder, der bayerische Ministerpräsident, erlebte einen empfindlichen Rückschlag bei seiner Wiederwahl als CSU-Parteivorsitzender. Mit nur 83,6 Prozent der Stimmen erzielte der 58-Jährige sein bislang schlechtestes Ergebnis. Dies geschieht wenige Monate vor den bayerischen Kommunalwahlen und nach der Regierungsübernahme von Union und SPD in Berlin vor rund einem halben Jahr. Im Vergleich zu seiner letzten Wiederwahl fiel der Wert um 13 Prozentpunkte.
Auf dem CSU-Parteitag in München erhielt Söder 531 von 635 gültigen Stimmen; 104 Delegierte votierten mit Nein, während neun Stimmen als ungültig galten. Er war 2019 erstmals zum Parteichef gewählt worden und hatte im Vorfeld bessere Ergebnisse erzielt: 2019 lag er bei 87,4 Prozent, bei der Vorstandswahl 2023 sogar bei 96,6 Prozent. CSU-Rekordhalter bleibt Franz Josef Strauß mit bis zu 99 Prozent im Jahr 1979.
In den Stellvertreter-Wahlen holten Manfred Weber von der Europäischen Volkspartei mit 93,7 Prozent und die Oberbürgermeisterin Katrin Albsteiger mit 86,5 Prozent prozentuell bessere Ergebnisse als Söder. Ebenfalls bestätigt wurden Dorothee Bär, Angelika Niebler und Melanie Huml.
In einer eindringlichen Rede rief Söder seine Partei dazu auf, gemeinsam gegen Bedrohungen aus dem In- und Ausland vorzugehen. Er attackierte die AfD heftig und betonte erneut die strikte Ablehnung jeglicher Kooperation. Die Bedrohungen für das Sozial- und Demokratiemodell erforderten entschiedene Gegenmaßnahmen, so Söder. Die CSU sei nicht bereit, das Land "in die Hände der Radikalen" zu geben.
Besonders deutlich wandte sich Söder gegen die AfD, die ein vollkommen anderes Gesellschafts- und Staatsverständnis vertrete. Ein AfD-Verbotsverfahren halte er jedoch für ineffektiv. Herausforderungen sah Söder auch in internationaler Dimension: Die Wirtschaftsmacht Chinas und die US-Zollpolitik setzen Deutschland unter Druck.
Zudem unterstützte Söder den Kanzler Friedrich Merz, indem er dessen umstrittene Äußerungen verteidigte. Er hob die Bedeutung Deutschlands in Europa hervor und betonte, dass Merz die Stimme Europas darstelle.

