Immense Engine: Guerrilla-Mitbegründer Arjan Brussee baut eine europäische Unreal-Alternative

12. Mai 2026, 15:00 Uhr · Quelle: PixelCritics
Immense Engine: Guerrilla-Mitbegründer Arjan Brussee baut eine europäische Unreal-Alternative
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Guerrilla-Mitgründer und Epic-Veteran Arjan Brussee entwickelt mit der Immense Engine eine vollständig europäische Game Engine mit Fokus auf KI-Integration und EU-Rechtskonformität. Ein Releasedatum steht noch aus – das Projekt befindet sich in der frühen Entwicklungsphase.

Mit Arjan Brussee meldet sich ein echtes Urgestein der Spielebranche zurück. Der Co-Gründer von Guerrilla Games (Killzone, Horizon) und ehemalige Epic-Games-Director hat im Interview mit dem niederländischen Podcast De Technoloog die Entwicklung der „Immense Engine“ angekündigt – einer neuen Game Engine, die als vollständig europäische Alternative zu Unreal Engine und Unity positioniert ist. Ein Release-Termin für die Engine steht noch aus, doch Brussee hat bereits klare Vorstellungen, wohin die Reise geht.

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Was ist die Immense Engine? – Ein „europäischer Gegenentwurf“

Brussee, der zuvor acht Jahre lang als Global Director of Product Management bei Epic Games am Unreal Engine-Ökosystem mitgeschraubt hat, beschreibt sein neues Projekt als bewussten Gegenentwurf zu den US-amerikanischen und chinesischen Marktführern. Die Immense Engine werde vollständig in Europa gehostet, von europäischen Entwicklern gebaut und EU-Rechtskonform sein – ein Alleinstellungsmerkmal in einer Branche, die technologisch stark von US-Unternehmen abhängt.

KI-Integration von Grund auf – Brussee setzt auf Agenten

Der spannendste Punkt: Künstliche Intelligenz ist kein nachträgliches Feature, sondern von Grund auf in die Architektur der Immense Engine eingewoben. Brussee kritisiert, dass Engines wie Unreal „für und von Menschen gemacht wurden, die mit der Maus durch ein Menü klicken müssen“. Seine Vision ist radikaler:

„Wenn du smart bist und weißt, wie man ein gutes Framework aus KI-Agenten aufsetzt, kannst du die Arbeit von zehn oder fünfzehn Leuten erledigen.“

Das klingt nach einer drastischen Veränderung der Entwickler-Workflows – weniger manuelles Klicken, stattdessen stärkere Automatisierung durch KI-Assistenz. Ein Ansatz, der in der aktuellen Industrie-Debatte für heiße Diskussionen sorgt, wie unser Artikel über Mundfish und den Verzicht auf generative KI zeigt.

Hintergrund: Ein Mann, eine Engine, eine Mission

Wer Brussee kennt, weiß, dass er keine Luftschlösser baut. Er war nicht nur Mitgründer von Guerrilla Games – dem Studio hinter der legendären Decima-Engine, die heute bei Kojima Productions für Death Stranding zum Einsatz kommt –, sondern auch maßgeblich an Epic Games‘ Engine-Strategie beteiligt. Sein Netzwerk und seine Erfahrung in der Branche sind exzellent.

Die Ankündigung kommt zudem zu einem Zeitpunkt, an dem viele europäische Studios und Firmen nach technologischer Souveränität jenseits der USA suchen. Datenhoheit, DSGVO-Konformität und Unabhängigkeit von geopolitischen Verwerfungen werden immer wichtiger. In unserer Analyse zur Decima-Engine von Guerrilla Games wird deutlich, wie tief proprietäre Engine-Entwicklung in den Niederlanden verwurzelt ist.

Kann die Immense Engine gegen Unreal und Godot bestehen?

Realistisch betrachtet: Unreal Engine und Unity dominieren den Markt mit Jahrzehnten an Entwicklung, riesigen Communities und milliardenschweren Budgets. Auch die Open-Source-Engine Godot hat sich in den letzten Jahren als ernstzunehmende Alternative für Indie-Entwickler etabliert. Brussee geht es aber nicht darum, morgen mit Epic gleichzuziehen. Sein Fokus liegt auf Nischen mit Potenzial: europäische Compliance, tiefe KI-Integration und die Nutzung von 3D-Welten „über das Gaming hinaus“ – etwa für Architektur, Simulation oder industrielle Anwendungen.

Ob die Immense Engine am Ende nur eine weitere Fußnote in der Engine-Geschichte bleibt oder tatsächlich eine echte Alternative wird, hängt von einem entscheidenden Faktor ab: Adoption. Ohne Spiele, die auf der Engine laufen, wird kein Publisher umsteigen. Aber wenn einer es schaffen kann, dann vielleicht ein alter Hase wie Brussee.

Der Markt braucht keine weitere Engine – aber vielleicht genau diese eine

Brussees Ansage ist mutig. In einer Branche, die von Unreal Engine 5-Demokratisierung und Unitys Allgegenwart geprägt ist, eine komplett neue Engine aus dem Boden zu stampfen, klingt nach einer Herkulesaufgabe. Aber genau darum geht es: Europa braucht eine eigene technologische Basis für die nächste Generation interaktiver Erlebnisse. Ob die Immense Engine den Spagat zwischen ambitionierter KI-Vision und praktischer Umsetzung schafft, wird sich in den kommenden Monaten zeigen. Eines ist aber sicher: Wir werden Brussee genau im Auge behalten.



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[pixelcritics.com] · 12.05.2026 · 15:00 Uhr
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