Dax im Rückwärtsgang trotz KI-Optimismus: Neutralität dominiert die Märkte
Nach einem positiven Start zeigte sich der Dax am Donnerstag schließlich von seiner schwächeren Seite. Das derzeit florierende Thema Künstliche Intelligenz erhielt zwar durch beeindruckende Quartalsberichte von Microsoft und Meta frischen Schwung, konnte die negativen Einflüsse auf die Märkte jedoch nicht nachhaltig ausgleichen. Mäßige Geschäftszahlen deutscher Unternehmen und spezielle Unternehmenssorgen sowie gedämpfte Erwartungen an die US-Geldpolitik drängten die anfänglichen Gewinne in den Hintergrund.
Der deutsche Leitindex endete mit einem Minus von 0,81 Prozent bei 24.065,47 Punkten. Dennoch bleibt für den Monat Juni ein kleiner Zuwachs von 0,7 Prozent bestehen. Im Gegensatz dazu verzeichnete der MDax der mittelgroßen Unternehmen einen leichten Anstieg von 0,21 Prozent auf 31.004,40 Punkte. Der europäische Trend war überwiegend negativ, mit einem Rückgang des EuroStoxx 50 um 1,36 Prozent auf 5.319,92 Zähler und fallenden Kursen an der Schweizer Börse. Der Londoner Aktienmarkt zeigte sich hingegen relativ stabil. In den USA herrschten gemischte Signale: Der Dow Jones Industrial schwächte sich leicht ab, während der Nasdaq 100 ein moderates Plus erzielte.
Jens Klatt, Marktanalyst bei XTB, interpretierte die ausbleibenden Rekordhöhen des Dax nach dessen starkem ersten Halbjahr als Zeichen der Schwäche. Vor dem Hintergrund einer hitzigen Wall Street, die möglicherweise in den kommenden Wochen Verluste hinnehmen muss, sei ein Abrutschen des Dax unter die Marke von 23.000 Punkten höchst wahrscheinlich.
Die US-Notenbank beschloss am Vorabend, den Leitzins unverändert zu lassen, weshalb eine Zinssenkung im September aus Anlegersicht weniger wahrscheinlich erscheint. Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank, weist auf das Risiko steigender Inflationsraten hin, bedingt durch US-Zollmaßnahmen.

