Bitcoin profitiert von Trumps Wirtschaftspolitik und gedämpften Ölpreisen: Arthur Hayes

Arthur Hayes, Mitbegründer von BitMEX, argumentiert, dass die US-amerikanische Kontrolle über venezolanisches Öl weniger mit Geopolitik als mit Wahlmathematik zu tun hat. Die daraus resultierende Politik, die auf ein höheres nominales Wachstum und gedeckelte Energiekosten abzielt, sei strukturell positiv für Bitcoin und andere hochspekulative Kryptowährungen.
In einem Essay vom 6. Januar mit dem Titel „Suavemente“ beschreibt Hayes die aktuelle Situation aus einer vereinfachten Perspektive: US-Politiker optimieren für ihre Wiederwahl, während der Durchschnittswähler auf das wahrgenommene wirtschaftliche Wohlbefinden achtet. Hayes fragt: „The question is, does the American colonization of Venezuela make Bitcoin/crypto number go up or down?“
Hayes' zentrale These ist, dass die politische Kontrolle in den USA an den Rändern entschieden wird und diese Ränder stark auf die Wirtschaft und Inflation reagieren, insbesondere auf die Inflation bei Lebensmitteln und Energie. „Above all else… the only issue that the median voter cares about is the economy,“ schreibt er. „It is easy to pump the economy, and by that, I mean nominal GDP. That is just a question of how much credit Trump can create.“
Hayes warnt jedoch, dass diese Strategie scheitern kann, wenn die Inflation, insbesondere die Benzinpreise, steigt. „The key metric for Americans is the price of gasoline,“ argumentiert er, da begrenzte öffentliche Verkehrsmittel die Benzinpreise zu einem täglichen Referendum über das wirtschaftliche Management machen. In diesem Kontext sei der Wert Venezuelas klar: Ölpreise drücken, Benzinpreise senken und das Versprechen einer „heißen“ Wirtschaft ohne Wählerproteste einhalten.
Warum Bitcoin profitiert, wenn die Ölpreise niedrig bleiben
Hayes' optimistische Schlussfolgerung basiert auf der Idee, dass Ölpreise die Nachhaltigkeit der Geldschöpfung einschränken, nicht jedoch die Mechanik von Bitcoin selbst. „Because of the energy used running computers engaged in proof of work mining, Bitcoin is the purest monetary abstraction there is,“ schreibt er. „Therefore, the price of energy is irrelevant to the price of Bitcoin as all miners will face a parallel shift up or down in the price at the same time. The price of oil only matters regarding its ability to force politicians to stop printing money.“
In seinem Szenario sind die Stresssignale makroökonomische Indikatoren: die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen und der MOVE-Index, ein Maß für die Volatilität des Anleihemarktes. Er argumentiert, dass, wenn Ölpreise so weit steigen, dass die Renditen „close to 5%“ erreichen, die Volatilität ansteigt, die Hebelwirkung abnimmt und die politischen Entscheidungsträger zu einem Kurswechsel gezwungen werden.
Hayes verweist auf ein früheres Ereignis als Beispiel für Reflexivität: „If you remember, Trump threatened tariffs so high… markets tanked, and the MOVE Index spiked to an intraday high of 172. The next day after the spike, Trump… ‘paused’ the tariffs, and markets bottomed then recovered violently.“
Ohne diesen Stress sieht Hayes eine aggressive Kreditausweitung bei „subsided if not outright fall“ der Ölpreise, was er direkt mit einem Anstieg von Bitcoin verbindet. Er nennt seinen „USD Liquidity Conditions Index“ als Beweis dafür, dass der Bitcoin-Trend der Dollar-Liquidität folgt, und schließt: „As the amount of dollars expands, the price of Bitcoin and certain cryptos will sky rocket.“
Der Essay liest sich auch wie ein Positionspapier. Hayes erklärt, dass sein Fonds Maelstrom das Jahr 2026 mit „fast maximalem Risiko“ begonnen hat, mit geringer Dollar-Stabilität und der Absicht, umzuschichten: „To obtain outperformance versus BTC and ETH, I will sell BTC to fund privacy positions and sell ETH to fund DeFi.“ Er nennt Zcash (ZEC) als „privacy beta“ und sagt, der Fonds sei „already long a fuck ton of that“ seit dem dritten Quartal 2025.
Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung notierte Bitcoin bei $93,841.

