Bitcoin könnte Gold übertreffen: Bitwise sieht Potenzial im Iran-USA-Konflikt
Mehr als 87% der Argentinier, die in einer Umfrage von Coinbase im Januar befragt wurden, sehen in Kryptowährungen und Blockchain-Technologie eine Möglichkeit, ihre finanzielle Unabhängigkeit zu stärken. Dies deutet darauf hin, dass die Rolle von Bitcoin in der globalen Wirtschaft möglicherweise bereits über das hinausgeht, was die Märkte bisher eingepreist haben.
Bitcoin als Wertspeicher und Währung
Matt Hougan, Chief Investment Officer bei Bitwise, argumentierte in dieser Woche, dass Bitcoin eines Tages einen adressierbaren Gesamtmarkt größer als die $34 Billionen Bewertung von Gold erreichen könnte. Dies wäre jedoch nur möglich, wenn Bitcoin sowohl als Wertspeicher als auch als funktionierende Währung fungiert.
Diese Einschätzung geht über die traditionellen Argumente der Bitcoin-Befürworter hinaus, die Bitcoin hauptsächlich mit Gold verglichen haben. Der aktuelle Konflikt zwischen Iran und den USA fügt dieser Diskussion eine neue Dimension hinzu.
Iran hat vorgeschlagen, dass Schiffe, die die Straße von Hormus passieren, eine Gebühr in Kryptowährungen zahlen können. Dieser Plan, der inmitten eskalierender Konflikte mit den USA bekannt wurde, wird von Bitcoin-Investoren genau beobachtet.
Hougan sieht darin ein größeres Bild. In einer Welt, in der Länder Finanzsysteme als Waffen einsetzen, könnte Bitcoin als eine Option auftreten, die von keiner Regierung kontrolliert wird.
Preisziel von $1 Million und möglicherweise höher
Hougan hatte zuvor prognostiziert, dass Bitcoin, wenn es 17% des Wertspeichermarktes in den nächsten zehn Jahren erobert, einen Wert von $1 Million pro Coin erreichen könnte. Basierend auf seinen neuesten Kommentaren könnte dieser Wert nach oben korrigiert werden, wenn Bitcoin zusätzlich als Währung fungiert.
Zum Zeitpunkt der Berichterstattung wird Bitcoin bei etwa $74,150 gehandelt, mit einer Marktkapitalisierung von rund $1,4 Billionen. Gold hingegen liegt bei $4,854 pro Unze, mit einer geschätzten Marktkapitalisierung von über $33 Billionen.
Auch Unternehmensschatzkammern investieren zunehmend in Bitcoin. Daten zeigen, dass private und öffentliche Unternehmen zusammen mehr als 1,5 Millionen Bitcoin halten, was einem Wert von über $116 Milliarden entspricht.
Händlerakzeptanz noch ausbaufähig
Die Akzeptanz von Bitcoin als Währung hat jedoch noch einen weiten Weg vor sich. Eine Studie des akademischen Verlags Springer Nature ergab, dass weltweit etwa 11.000 Händler Bitcoin als Zahlungsmittel akzeptieren – eine relativ geringe Zahl für einen Vermögenswert dieser Größe.
Die Akzeptanz ist am stärksten in Ländern, deren lokale Währungen zusammengebrochen sind. Bürger in der Türkei und Venezuela, ähnlich wie in Argentinien, wenden sich Bitcoin zu, um ihre Ersparnisse vor anhaltender Inflation zu schützen.
Ob der Vorschlag Irans, eine Krypto-Maut einzuführen, einen Wendepunkt für Bitcoin als internationale Währung darstellt oder lediglich eine Umgehung für ein sanktioniertes Land ist, bleibt abzuwarten. Klar ist, dass Bitwise glaubt, dass die Geschichte größer ist als nur Gold.

