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Online Zahlungssysteme - Online zahlen wo und wann man will


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Onlinezahlungen gehen einfach und schnell. Und sie können an nahezu jedem Ort getätigt werden. Voraussetzung dafür ist lediglich eine Internetverbindung. Ist eine solche vorhanden, sind Zahlungen per Smartphone, PC, Tablet, Notebook und vielem mehr möglich. Ebenso vielfältig wie die Geräte präsentieren sich die Online Zahlungssysteme. Von Lastschrift über Rechnungskauf bis PayPal reicht die Auswahl. Im Folgenden werden die einzelnen Zahlungssysteme näher vorgestellt. Dabei werden sowohl die Vorteile als auch die Nachteile beleuchtet. Des Weiteren finden die verschiedenen Einsatzgebiete der Online Zahlungssysteme Beachtung.

Inhaltsverzeichnis

  1. Entstehung der Online Zahlungssysteme
  2. Rolle der Online Zahlungssystem in der Gegenwart
  3. Definition von E-Geld (elektronisches Geld)
  4. Einteilung der Online Zahlungssysteme
  5. Überblick über die einzelnen Online Zahlungssysteme
    1. Vorauskasse
    2. Nachnahme
    3. PayPal
    4. Rechnungskauf
    5. Kreditkarte
    6. Lastschrift
    7. Sofortüberweisung
    8. mobile Bezahlarten
  6. Auswahl von Online-Zahlungssystemen

Das elektronische Geld ist eine neue Erscheinungsform von Geld

Geld tritt als offizielles Zahlungsmittel in verschiedenen Formen in Erscheinung. Münzen und Scheine sind Bargeld. Sie sind seit Jahrhunderten populär. Im bargeldlosen Zahlungsverkehr geht es zwar ebenfalls um Geld, allerdings wird dieses für eine Zahlung nicht in die Hand genommen. Vielmehr wird es lediglich als Zahl beispielsweise von einem Konto auf ein anderes transferiert. Jene Zahlungsmethode ist erst wenige Jahrzehnte alt. Das sogenannte elektronische Geld dagegen ist eine noch sehr neue Erscheinungsform von Geld. Seine Entwicklung ist eng an die Entwicklung des Internets, genauer gesagt des Onlineshoppings gekoppelt. Mit der Möglichkeit zum interaktiven Einkauf wurde der Ruf nach interaktiven Zahlungsmethoden laut. Wo bleibt da der Vorteil, wenn man nach dem Einkauf im Internet zur Bank muss, um die georderte Ware zu bezahlen? Also wurde der Bezahlvorgang gleichfalls in das Internet verlegt. Mittlerweile ist eine große Zahl von Online Zahlungssystemen verfügbar. Sie stehen nicht nur zur Zahlung beim Onlineshopping zur Verfügung, sie werden inzwischen für fast jeden Geldtransfer im Internet genutzt.

Die Zahlung mit Netzgeld und Kartengeld


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Die E-Geld-Richtlinie, 2000/46 EG definiert das E-Geld in Europa genau. Unterteilt wird in kartengestütztes E-Geld, auch Kartengeld genannt, und softwarebasiertes E-Geld, welches als Netzgeld bezeichnet wird. Beim Kartengeld wird ein bestimmter Geldbetrag auf einer Karte mittels Magnetstreifen oder Chip gespeichert. Die sogenannte Geldkarte, die seit einiger Zeit von Banken und Sparkassen ausgegeben wird, ist das bekannteste Beispiel für Kartengeld. Mit einer Geldkarte können kleine Beträge wie beispielsweise das Parkticket bezahlt werden. Für die Online Zahlungssysteme spielt Kartengeld keine Rolle. Hier geht es ausschließlich um Netzgeld. Es kommt im elektronischen Handel als auch im klassischen Zahlungsverkehr etwa im Lastschrifteinzugsverfahren zum Einsatz.

Die Einteilung der Online Zahlungssysteme

Eine exakte Vorgabe, wie die Online Zahlungssysteme eingeteilt werden, gibt es nicht. Da die Anbieter für eine breitere Zielgruppenansprache verschiedene Zahlungssysteme nutzen, hat sich folgende Untergliederung weitestgehend durchgesetzt:

  • Vorauszahlungsverfahren
  • Inkassosysteme
  • Zugangssysteme (Access Products)
  • Mobile Payment Systeme (Mobile Bezahlverfahren)

1) Die Zahlung per Vorkasse

Die Zahlung per Vorkasse ist bei Onlinehändlern am beliebtesten. Sie gehört zu den Vorauszahlungsverfahren. Für die Händler birgt dieses Zahlungssystem kaum ein Risiko. Zudem fallen nur minimale Kosten (in der Regel lediglich Kontoführungsgebühren) an. Die Ware oder Dienstleistung wird bei der Zahlung per Vorkasse vom Kunden bestellt, der Händler übermittelt jenem die für die Zahlung notwendigen Informationen. Zumeist wird dies automatisch durch das Shopsystem nach Eingang der Bestellung vorgenommen. Erst nach Zahlungseingang des fälligen Betrags wird die Ware versandt beziehungsweise die Dienstleistung freigegeben.

Kunden sind von der Zahlung per Vorkasse häufig nicht sonderlich angetan. Das trifft vor allem auf Neukunden zu. Sie sehen ein großes Risiko darin, ihr Geld sozusagen an jemanden „Wildfremdes“ zu überweisen. Wer garantiert ihnen, dass der Empfänger sich nicht mit dem Geld absetzt und sie niemals die gewünschte Ware erhalten? Viele Anbieter setzen daher auf Rabatte (Skonti) bei der Entscheidung für eine Zahlung per Vorkasse: Der Kunde darf sich in dem Falle oft zwischen 1 bis 3 % vom Rechnungsbetrag oder Warenwert abziehen.

Vorteile der Zahlung per Vorkasse

  • kaum Risiko für den Händler
  • geringer Kostenaufwand

Nachteile der Zahlung per Vorkasse

  • unbeliebt bei Kunden, besonders bei Neukunden
  • bei großem Bestellvolumen hoher Arbeitsaufwand (Überprüfung der Zahlungen muss für jeden Zahlungsvorgang einzeln vorgenommen werden)

2) Zahlung per Nachnahme


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Die Zahlung per Nachnahme zählt zu den Inkassoverfahren. Den Rechnungsbetrag kassiert der vom Händler beauftragte Versanddienstleister persönlich vom Kunden. Nach Vereinnahmung des Geldes übergibt jener die Ware. Es gilt das Motto: Geld gegen Ware. Kunde und Händler gehen kein Risiko ein. Allerdings ist auch dieses Online Zahlungssystem nicht frei von Nachteilen. Der größte dürfte wohl die erhobene Nachnahmegebühr sein, die üblicherweise an den Kunden weitergereicht wird. Sie bewegt sich aktuell zwischen 3,00 und 6,00 Euro.

Das bedeutet, der Rechnungsbetrag erhöht sich um die jeweilige Nachnahmegebühr, der Kunde zahlt dementsprechend mehr. Die Nachnahmegebühr selbst erhält der Versanddienstleister. Es ist seine Bezahlung für den höheren Aufwand, den er mit Nachnahmelieferungen hat. Der von ihm vereinnahmte Rechnungsbetrag muss an den Händler weitergeleitet werden. Dafür hat der Auslieferer ein bis zwei Wochen Zeit. Er überweist von seinem Konto das Geld auf das Konto des Händlers. Dieser Mehraufwand wird mit der Nachnahmegebühr abgegolten.

Die Zahlung per Nachnahme zählt wegen der anfallenden Gebühren nicht zu den bevorzugten Online Zahlungssystemen, trotzdem wird sie von vielen Händlern angeboten. Untersuchungen haben ergeben, dass das Angebot der Zahlungsart Nachnahme hauptsächlich einen psychologischen Effekt hat. Steht die Zahlung per Nachnahme zur Auswahl, signalisiert das dem Kunden Sicherheit. Der Händler bekommt sein Geld hier nur, wenn die Ware in einem ordnungsgemäßen Zustand beim Kunden ankommt. Dies ist für den Kunden wie eine Art Garantie. Besteller mit einem hohen Warenwert entscheiden sich oft für eine Zahlung per Nachnahme, weil sie genau diesen Vorteil nutzen möchten.

Vorteile der Zahlung per Nachnahme

  • kein Risiko für Kunden und Händler
  • Kunde betrachtet diese Zahlungsart wie eine Sicherheitsgarantie
  • Integration der Zahlart klappt bei vielen Shopsystemen ohne Probleme
  • einfache Weitergabe der notwendigen Informationen an den Zusteller

Nachteile der Zahlung per Nachnahme

  • Nachnahmegebühren erhöhen den Zahlbetrag für den Kunden
  • Nimmt der Kunde das Paket nicht an, muss der Händler die Nachnahmegebühren tragen.

3) Zahlung per PayPal

Das Online Zahlungssystem PayPal ist der größte Anbieter von elektronischen Zahlungen und bei Kunden überaus beliebt. Die eBay-Marke (PayPal ist eine Tochtergesellschaft des US-amerikanischen Unternehmens) ist bei vielen Online-Händlern die Standard-Zahlungsart. Aber auch andere Online Unternehmen greifen auf das Zahlungssystem zurück. Online Casinos haben sich ebenfalls für die Einführung dieses Online Zahlungssystems entschieden. Jenes bietet ihnen sowie ihren Besuchern die notwendige Sicherheit, die im Umgang mit Geld und persönlichen Daten zwingend erforderlich ist. Zudem erkennt der Kunde an dem Angebot von PayPal-Zahlungen die Seriosität des Casinos. Es müssen strenge Kriterien erfüllt werden, um mit PayPal eine Zusammenarbeit zu begründen. Dafür dürfen Kunden und Unternehmen höchste Professionalität erwarten.

Der Kunde profitiert von einem Käuferschutz, sollte er die Ware oder Dienstleistung mangelhaft oder gar nicht erhalten. Andererseits ist die Zahlung schnell und bequem erledigt. Um beim Beispiel der Online Casinos zu bleiben: Entscheidet sich der Spieler für die Zahlung per PayPal, kann er auf seiner persönlichen Kontoseite jederzeit eine Aufstellung aller erfolgten Transaktionen eines bestimmten Zeitraums abrufen. Er hat also zu jeder Zeit einen genauen Überblick über seine geleisteten und empfangenen Zahlungen. PayPal-Zahlungen haben den Vorteil, dass das Geld ohne Zeitverzögerung fließt. Wurde die Zahlung ausgelöst, wird das Gewünschte direkt freigegeben. Beim Online Casino kann der Spieler dementsprechend sofort ins Spielgeschehen eingreifen und sein Glück versuchen.

Für den Anbieter von PayPal ergeben sich aus den erhobenen Gebühren Nachteile. Jede Buchung beziehungsweise jeder Zahlungseingang wird mit einer Gebühr belegt. Zum Einen wird eine fixe Gebühr von 0,35 Euro fällig, zum Anderen kommt eine variable Gebühr zwischen 1,5 und 1,9 % pro eingehende Zahlung hinzu. Das macht die Zahlung per PayPal für kleinere Beträge eher unattraktiv. Die Gebühren dürfen zwar in den Preisen berücksichtigt oder an die Kunden weitergegeben werden, das wird jedoch in der Praxis kaum durchgeführt. PayPal erfreut sich einer hohen Akzeptanz, das können die Online Händler zu ihrem Vorteil nutzen. Es wäre unter Umständen fatal, die Kunden mit den Gebühren zu belasten. Deshalb nehmen die Händler für die Zufriedenheit ihrer Kunden die Gebühren in Kauf.

Vorteile der Zahlung per PayPal

  • schnelle, einfache und sichere Zahlung
  • hohe Kundenakzeptanz
  • sofortige Freigabe von Dienstleistungen
  • sofortige Bearbeitung von Bestellungen
  • Integration von PayPal bei vielen Shopsystemen problemlos machbar

Nachteile der Zahlung per PayPal

  • teilweise hohe Gebühren
  • bei geringeren Umsätzen ein eher unattraktives Zahlungsmodell

4) Zahlung auf Rechnung


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Fragt man die Kunden nach ihren Zahlungswünschen, bevorzugen die Meisten die Zahlung auf Rechnung. Aus Kundensicht gibt es bei diesem Bezahlsystem keinerlei Risiko. Man kann erst einmal in Ruhe die Ware ausprobieren und diese bei Nichtgefallen sogar zurückschicken, ohne dass man dafür Geld bezahlen muss. Das mag für den Kunden eine bequeme und sichere Sache sein, für den Händler jedoch nicht. Er geht ein enorm hohes Risiko ein, denn selten läuft der Rechnungskauf so ab, wie er ablaufen sollte. Im Idealfalle bestellt der Kunde, die Ware geht raus und innerhalb der Zahlungsfrist wird der Rechnungsbetrag dem Konto des Händlers gutgeschrieben. Die Realität spricht leider eine andere Sprache. Zwar verringert das Angebot des Rechnungskaufs die Abbruchquote deutlich, jedoch ist das noch lange keine Gewährleistung dafür, dass der Händler für die gelieferte Ware auch tatsächlich das Geld erhält.

Schnell kann sich die Zahlung auf Rechnung sogar als existenzbedrohend herausstellen. Vor allem junge Shopbetreiber können bereits bei ein oder zwei Rechnungsausfällen insolvent werden. Der Rechnungskauf verschlechtert die Zahlungsmoral deutlich. Viele Kunde zahlen verspätet, manche gar überhaupt nicht. Das Risiko für den Händler ist daher bei der Zahlung auf Rechnung unüberschaubar. Für ihn liegt der einzige Vorteil darin, dass die Zahl der Kunden steigt. Jener wird allerdings durch eventuelle Mahn- und Inkassokosten wieder zunichte gemacht. Je nach Ausmaß der Zahlungsausfälle kann auch die Liquidität des Unternehmens in Mitleidenschaft gezogen werden. Wer die Zahlung auf Rechnung anbieten möchte, hat mehrere Möglichkeiten zur Risikominimierung:

  • vorherige Bonitätsprüfung durch entsprechende Auskunfteien
  • Angebot des Rechnungskaufs nur für Stammkunden
  • Beauftragung externer Zahlungsabwickler wie billpay oder billsafe (Übernehmen des Risiko eines Rechnungsausfalls)

Vorteile der Zahlung auf Rechnung

  • sehr beliebt bei Kunden

Nachteile der Zahlung auf Rechnung

  • hohes Risiko von Zahlungsausfällen
  • mögliche Liquiditätsengpässe aufgrund ausstehender Zahlungseingänge
  • bei jungen Shopbetreibern sogar Gefährdung der Existenz möglich

5) Zahlung mit Kreditkarte


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Zu den ältesten Online Zahlungssystemen gehört das Zahlen mit Kreditkarte. Für den Kunden ist das Zahlen mit Kreditkarte ähnlich komfortabel wie die Zahlung via PayPal. Es geht schnell und ist bequem. Der Kunde gibt seine Kreditkartennummer, das Ablaufdatum der Karte und eine Prüfziffer ein. Anschließend werden die Daten geprüft und der Zahlbetrag auf dem Konto des Händlers gutgeschrieben. Im Gegenzug wird das Konto des Kunden mit dem Betrag belastet. Da viele Menschen eine Kreditkarte ihr Eigen nennen, erfreut sich diese Zahlungsart großer Beliebtheit.

Onlinehändler, die die Zahlung mit Kreditkarte anbieten, können sich über geringe Abbruchquoten freuen. Für kleinere Shops empfiehlt sich die Kreditkartenzahlung nur bedingt. Es fällt eine Grundgebühr an, die monatlich erhoben wird. Dazu gesellen sich Buchungsgebühren, die pro Vorgang anfallen. Die Kosten für die Kreditkartenzahlungen variieren enorm. Demgegenüber bleibt jedoch das Risiko für den Händler gering, weil die Zahlung vor dem Versand der Ware erfolgt.

Vorteile der Zahlung mit Kreditkarte

  • sehr beliebt bei Kunden
  • sichere, schnelle und bequeme Zahlungsweise
  • der Händler erhält sein Geld vor dem Versand der Ware

Nachteile der Zahlung mit Kreditkarte

  • Kosten für den Händler variieren enorm

6) Zahlung per Lastschrift

Auch die Zahlung per Lastschrift ist bei den Online Zahlungssystemen vertreten. Sie ist sogar eine der beliebtesten Zahlungsarten im Onlinehandel. Das liegt einerseits an ihrer bequemen Ausführung für den Kunden, andererseits geht ebenfalls der Händler ein relativ überschaubares Risiko ein. Für eine Lastschrift gibt der Kunde nach dem Kauf seine Bankverbindung in das dafür vorgesehene Formular ein. Der Händler erhält damit eine Einzugsermächtigung für dessen Konto. Zum Zeitpunkt der Fälligkeit zieht er den Rechnungsbetrag einfach ein. Das heißt, der Händler erteilt seiner Bank den Auftrag, den fälligen Betrag vom Konto des Kunden abzubuchen und auf sein Geschäftskonto zu überweisen.

Um das Risiko weiter zu minimieren, kann der Einzug vor dem Versand der Ware erfolgen. Eine unkomplizierte Angelegenheit, soweit das Konto des Kunden zum Einzugstermin eine ausreichende Deckung aufweist. Ist dem nicht so, beginnt für den Händler der Ärger. Manche Kunden sind sogar derart dreist, dass sie eine falsche Bankverbindung eingeben. Kann die Lastschrift nicht eingelöst werden, fallen die Rücklastschriftgebühren auf den Händler zurück. Dieser muss nun seine Rechnung und die Gebühren beim Käufer eintreiben. Das ist mit einem hohen Zeitaufwand verbunden und kann zudem buchstäblich ins Geld gehen. Im besten Falle genügt ein Mahnschreiben an den Kunden, der daraufhin alle angemahnten Beträge zahlt. Im schlimmsten Falle bedarf es eines Mahn- und Vollstreckungsverfahrens, das nicht zwangsläufig erfolgreich enden muss. Die Zahlung per Lastschrift wird mit der Hausbank oder einem entsprechenden Zahlungsanbieter realisiert. Der Kunde hat bis zu sechs Wochen Zeit, der Lastschrift zu widersprechen und das Geld zurückzuholen. Das sollte weiter bedacht werden.

Vorteile der Zahlung per Lastschrift

  • beliebt bei Kunden
  • der Händler kann den Einzug des Geldes vor dem Versand der Ware vornehmen

Nachteile der Zahlung per Lastschrift

  • Kunden können eine falsche Bankverbindung hinterlegen und sich somit die Ware „erschummeln“
  • hohe Kosten, falls die Lastschrift nicht eingelöst wird
  • der Kunde kann bis zu sechs Wochen nach der Abbuchung der Lastschrift widersprechen
  • Integration nicht bei jedem Shopsystem möglich

7) Zahlung per Sofortüberweisung

Ein weiteres Online Zahlungssystem ist die Sofortüberweisung. Sie wird seit zehn Jahren vom gleichnamigen Unternehmen SOFORT Überweisung angeboten. Die Zahlung erfolgt ebenfalls über den elektronischen Weg und ist ähnlich einer Online Überweisung vom eigenen Konto. Genau wie bei dieser benötigt der Kunde die Zugangsdaten für das Onlinebanking und eine gültige TAN. Mit den Zugangsdaten und der angeforderten TAN gibt er die Überweisung auf das Konto des Onlinehändlers in Auftrag. Das Geld geht bei ihm ab und wird auf dem Händlerkonto gutgeschrieben. Der Händler ist insofern auf der sicheren Seite, als dass der Kunde der Überweisung nicht widersprechen kann. Ist sie ausgeführt, kann das Geld nicht zurückgeholt werden. Die Zahlung erfolgt direkt und ist verbindlich. Nach der Gutschrift geht die Ware auf den Weg zum Kunden.

Für den Handler also ein geringes Risiko. Auch der Kunde ist auf der sicheren Seite. Das Zahlungssystem weist durch ein mehrstufiges Authentifizierungsverfahren mit PIN und TAN die gleiche Sicherheit wie das Onlinebanking auf. Dementsprechend für Händler und Kunden eine gleichermaßen sicheres, bequemes sowie schnelle Zahlungsvariante. Ähnliche Zahlungswege werden von clickandbuy und skrill zur Verfügung gestellt. Der Händler zahlt zumeist eine Gebühr, die pro Zahlungsvorgang anfällt. Manche Anbieter stellen Leistungspakete für eine monatliche Grundgebühr zur Verfügung.

Vorteile der Sofortüberweisung

  • sicher und einfach wie Onlinebanking durch mehrstufiges Authentifizierungsverfahren mit PIN und TAN
  • das Geld wird sofort und direkt auf das Konto des Händlers überwiesen
  • der Kunde kann der Überweisung nicht widersprechen
  • Versand der Ware erfolgt nach Gutschrift des Geldes

Nachteile der Sofortüberweisung

  • Anbieter erheben Gebühren pro Zahlungsvorgang oder eine monatliche Grundgebühr für ein Leistungspaket

8) Mobile Zahlungsarten

Einen immer höheren Stellenwert nehmen die mobilen Zahlungsarten ein. Das Bezahlen über mobile Endgeräte, wann und wo man will, gewinnt zunehmend an Bedeutung. Zukünftig wird die Zahl der über Smartphone, Tablet und Co getätigten Käufe weiter steigen. Mobile Zahlungsarten und –systeme sind daher unverzichtbar. Momentan wird zur Speicherung von Guthaben häufig die bereits im Smartphone vorhandene Chiptechnik genutzt. Interessant ist ferner das Zahlen mit QR-Code und NFC-Technologie. Alles, was dafür benötigt wird, ist ein Smartphone und ein entsprechend ausgestattetes Kassenterminal.

Die sogenannte berührungslose Zahlung ist derzeit an etwa 5 % der vorhandenen Kassenterminals in Deutschland durchführbar. In einigen Jahren wird sich die Zahl aus Sicht von Experten vervielfacht haben. Deutschland präsentiert sich in Sachen Mobile Payment etwas rückständig. Es mangelt an einer Standardisierung des Übertragungsverfahrens, dennoch ist davon auszugehen, dass entsprechende Bemühungen in der nahen Zukunft erfolgreich sein werden. In den USA feiern mobile Zahlungsarten wie Apple Pay schon große Erfolge. Google, Facebook, Amazon und PayPal haben in diese Richtung gleichfalls Entwicklungen angekündigt. Dass einige von ihnen oder vielleicht sogar alle ihren Weg nach Deutschland finden werden, ist nur eine Frage der Zeit.

Tipps zur Auswahl von Online Zahlungssystemen

Nach der Vorstellung der einzelnen Online Zahlungssysteme bleibt die Frage zu klären, welche Systeme im eigenen Shop zur Anwendung kommen. Das hängt von einer Reihe von Faktoren ab. Ansatzpunkte sind

  • die Höhe des Risikos
  • die Kundenakzeptanz
  • eventuell anfallende fixe und variable Gebühren
  • die Integrationskosten
  • die Zielgruppe sowie
  • das Produktsortiment.

Wer keinen Onlineshop betreibt und trotzdem Online Zahlungssysteme nutzen möchte, sollte dennoch die vorgenannten Punkte in seine Überlegungen einbeziehen. Den wichtigsten Anhaltspunkt bildet die Zielgruppe.

  • Was erwartet diese?
  • Wie ist sie finanziell aufgestellt?
  • Wie nah müssen Zahlungszeitpunkt und Lieferung beieinander liegen?
  • Ist der Kunde bereit zu warten oder will er das Erworbene sofort nutzen können?

Die Beantwortung dieser Fragen dürfte bei der Entscheidung für die passenden Online Zahlungssysteme überaus hilfreich sein. In regelmäßigen Abständen sollte geprüft werden, ob die angebotenen Zahlungssysteme noch zeitgemäß sind und von den Kunden akzeptiert werden. In der Regel können Zahlungssysteme problemlos neu integriert und alte herausgenommen werden.

Finanzen / Online-Zahlung / Paypal / Kreditkarte / Lastschrif
20.04.2015 · 9.232 Views
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