Enttäuschendes Remis: Borussia Dortmund verpasst Pflichtsieg gegen Bodö/Glimt
Borussia Dortmund musste sich nach einem unbefriedigenden 2:2-Unentschieden gegen den norwegischen Vizemeister FK Bodö/Glimt ärgerlichen Stimmen aus den eigenen Reihen stellen. Besonders Nationalspieler Nico Schlotterbeck äußerte scharfe Kritik an der offenkundigen Lethargie seines Teams und bemängelte das fehlende Durchsetzungsvermögen. Er betonte die verpasste Gelegenheit, in der Champions-League-Gruppe auf 13 Punkte zu kommen, und stellte klar, dass dies "nicht bitter, sondern einfach richtig schlecht" sei.
Auf dem Spielfeld konnte selbst ein Doppelpack von Julian Brandt die Dortmunder nicht zum Sieg führen. Die Atmosphäre bei der Rückkehr von Marco Reus ins Stadion, der als BVB-Botschafter begrüßt und gefeiert wurde, wurde durch die Ausgleichstreffer von Haitam Aleesami und Jens Petter Hauge gedämpft. Trainer Niko Kovac sparte nicht mit offener Kritik und bewertete das Ergebnis als "definitiv zu wenig".
In Schlotterbecks Kritik gerieten auch die Einwechselspieler, die aus seiner Sicht nicht die nötige Energie mitbrachten. Trotz eines selbstkritischen Statements von Karim Adeyemi, der sein Auftreten als eines seiner schlechtesten Spiele bezeichnete, konnten die Westfalen nicht überzeugen. Sportdirektor Sebastian Kehl hatte bereits im Vorfeld gewarnt und das Spiel als essenziell für das Weiterkommen bezeichnet.
Hinzu kam das unnötige Vergabe von Torchancen und einige vermeidbare Abwehrfehler. Die Glanzparade von Gregor Kobel rettete in der Schlussphase das Unentschieden und bewahrte die Mannschaft vor einer Niederlage. Trotzdem wird der BVB im Januar nochmals gegen starke Gegner wie die Tottenham Hotspur und Inter Mailand antreten müssen, um sicher ins Achtelfinale einzuziehen.
Fábio Silva nutzte seine Gelegenheit in der Startelf und überzeugte im Angriff, wobei er das erste Tor von Brandt vorbereitete. Schwierigkeiten hingegen gab es im Abwehrbereich, wo Waldemar Anton verletzungsbedingt das Feld räumen musste. Generell zeigte der BVB im zweiten Durchgang eine größere Dominanz, verspielte den entstandenen Vorteil jedoch leichtfertig. Ein kurzes Überzahlspiel der Norweger reichte aus, um den Ausgleich zu erzielen, weil Dortmunds Spielerwechsel zu langsam erfolgten.

