Schlammschlacht um Subnautica 2: Gründer sollen Arbeit verweigert und dennoch Millionen gefordert haben
Der aktuelle Rechtsstreit zwischen dem Publisher-Giganten Krafton und den visionären Köpfen hinter Unknown Worlds ist ein bitteres Lehrstück über Gier, Vertrauensbruch und juristische Schlammschlachten. Ted Gill, Charlie Cleveland und Max McGuire stehen im Zentrum eines Sturms, der nun durch neue Gerichtsdokumente weiter an Fahrt aufnimmt. Der koreanische Konzern wirft dem Trio vor, die Entwicklung des heiß erwarteten Subnautica 2 sträflich vernachlässigt zu haben, während sie gleichzeitig millionenschwere Exit-Boni einforderten. Die Vorwürfe wiegen schwer: arglistige Täuschung über das tatsächliche Arbeitsengagement.
Brisante Protokolle aus der Chefetage
Die Beweislast scheint erdrückend. Im November kamen vor dem Delaware Court of Chancery pikante Details ans Licht. Laut Krafton belegen die eigenen Aussagen der Beklagten, dass diese ihre Führungspositionen längst innerlich aufgegeben hatten. Besonders belastend sind interne Nachrichten aus dem Januar 2024. Charlie Cleveland sprach in einer privaten Mitteilung unverblümt von einem „Semi-Ruhestand“, während Max McGuire gegenüber dem Kernteam zugab, den Titel des Technical Director schon seit Jahren nur noch pro forma zu tragen. Es zeichnet sich das Bild einer Führungsetage ab, die geistig bereits ausgecheckt hatte, während die Kassen weiter klingeln sollten. Das Unternehmen beteuert hingegen, es habe nie einen Plan gegeben, die Führungskräfte zu entfernen, um Zahlungen zu vermeiden.
Wenn der Code im Wasser versinkt
Noch vernichtender wirkt das Zeugnis von Anthony Gallegos, dem Lead Designer des Sequels. Er beklagte sich bitterlich darüber, dass er von McGuire keinerlei Feedback erhielt. Selbst bei fundamentalen Problemen wie dem Wasser-Code – dem Herzstück eines Ozean-Spiels – sei keine Hilfe zu erwarten gewesen. Gallegos’ Frustration gipfelte in dem Vorwurf, McGuire würde für das Nichtstun bezahlt, während er noch immer von Verkäufen aus der Vergangenheit profitiere. Der Publisher nutzt diese Aussagen geschickt, um die Narrative zu untermauern, dass es den Gründern primär um den „Earnout“ ging und nicht um das Wohl des Studios oder die Qualität des kommenden Werkes.
Schmerzende Arme als Ausrede
Als es hart auf hart kam, wirkten die Rechtfertigungen teilweise bizarr. Auf die Frage, warum er CEO Changham Kim nicht über seinen Rückzug informiert habe, entgegnete Cleveland lediglich, seine Arme hätten geschmerzt. Eine Begründung, die er selbst vor Gericht als „keinen guten Grund“ eingestand. Ted Gill hingegen machte in einem aufgezeichneten Telefonat im Juni 2025 deutlich, worum es wirklich ging: Geld. Er forderte den Konzern unverblümt auf, die vertraglich vereinbarten Boni sofort zu zahlen, sollte sich der Release verzögern. Diese neuen Enthüllungen sind die Antwort auf vorherige Attacken des Trios, welches Kim beschuldigte, ChatGPT genutzt zu haben, um Zahlungsverpflichtungen trickreich zu umgehen.


