Flexibilität gefordert: Herrenknecht-Chef für Anpassungen im Arbeitsrecht

Martin Herrenknecht, der Vorstandsvorsitzende des renommierten Tunnelbohrmaschinen-Herstellers Herrenknecht, hat sich öffentlich für Änderungen im Kündigungsschutz ausgesprochen. Im Gespräch mit dem "Handelsblatt" schilderte er seine Ansicht, dass angesichts der massiven Arbeitsplatzreduktionen in der Industrie mehr Flexibilität erforderlich sei. Der gegenwärtige Kündigungsschutz passe nicht mehr in die heutige Zeit, so Herrenknecht.
Ein besonderer Kritikpunkt war der finanzielle Aspekt des Kündigungsschutzes in Deutschland. Herrenknecht zog einen Vergleich zur Schweiz, wo die Trennung von einem Ingenieur mit erheblich niedrigeren Kosten verbunden sei. Zudem wunderte er sich über die im Ausland wahrgenommenen Arbeitsbedingungen in Deutschland, wobei er die Viertagewoche und die Möglichkeiten der Frührente anführte. Außerdem zog er Parallelen zu den Arbeitsgewohnheiten in Indien und China, wo laut seiner Aussage ein deutlich höherer Arbeitseinsatz zu verzeichnen sei.
Des Weiteren sprach sich Herrenknecht für eine Reduzierung des Krankengeldes von sechs auf drei Wochen sowie die Abschaffung der Karenztage im Krankheitsfall aus. Überstunden sollten seiner Meinung nach steuerfrei gestellt werden, um die Motivation der Arbeitnehmer zu steigern. Seiner Ansicht nach müsse sich Leistung in Deutschland wieder mehr lohnen.
Der Familienkonzern Herrenknecht mit Sitz in Schwanau, Baden-Württemberg, gilt als Weltmarktführer im Bereich der Tunnelbohrmaschinen und beschäftigt rund 5.500 Mitarbeiter. Zu den europäischen Großprojekten, an denen das Unternehmen beteiligt war, zählen der Gotthardtunnel, der Brenner Basistunnel sowie das Bahnprojekt Stuttgart 21.

