Winterchaos in Europa – Verkehrsblockaden und eisige Temperaturen

Das europäische Winterwetter hält die Bevölkerung weiterhin in Atem und bringt erhebliche Behinderungen mit sich. In den Niederlanden litt der Zugverkehr sowohl unter den klimatischen Bedingungen als auch unter einer technischen Panne, sodass der gesamte Bahnverkehr bis 10 Uhr morgens eingestellt blieb. Danach setzte sich der Verkehr allmählich wieder in Bewegung. Auch der Straßenverkehr sowie der Großflughafen Schiphol in Amsterdam sind durch das Schneechaos betroffen – etwa 350 Flüge mussten gestrichen werden.
Frankreich kämpft gleichermaßen mit verschneiten und vereisten Straßen. In etlichen Departements konnten keine Schulbusse verkehren und auch der Zugverkehr war teilweise stark beeinträchtigt. Der Flughafen in Nantes stellte den Betrieb ein, während in Paris noch Flugausfälle gemeldet wurden. Trotz einer allmählichen Entspannung der Verkehrslage auf den ausgedehnten Staus rund um Paris endeten einige wetterbedingte Zwischenfälle tragisch – mindestens fünf Menschen verloren ihr Leben.
Großbritannien wird ebenfalls von klirrender Kälte und Neuschnee heimgesucht. Schottland ließ Hunderte Schulen geschlossen und in Glasgow stand der morgendliche U-Bahn-Verkehr aufgrund vereister Stromschienen still. Warnungen vor Schnee und eisiger Witterung herrschen landesweit, insbesondere der Süden wird diese Woche mit starken Schneefällen rechnen müssen.
In Schweden fiel das Thermometer im Norden auf bis zu minus 40 Grad, während Dänemark sich auf einen angekündigten Schneesturm vorbereitet. Der Rettungsdienst mahnte zur Vorsicht und empfahl Mitnahme einer Schaufel bei Fahrten.
In der Schweiz herrschten ebenfalls extreme Kältebedingungen. Polarluft brachte im Flachland bis minus 14 Grad, am kältesten Ort La Brévine wurden sogar minus 30,3 Grad gemessen. Auf der Alp Hintergräppelen im Kanton St. Gallen zeigten die Thermometer bedrohliche minus 37,1 Grad an.
Auch Tschechien sieht sich eisigem Wetter ausgesetzt: Temperaturwerte von minus 25 Grad wurden im Böhmerwald registriert. In Prag mussten Zehntausende kurzzeitig ohne Heizung und heißes Wasser auskommen, da eine Fernwärmeleitung defekt war. Wintersportler allerdings dürfen sich über großartige Pistenbedingungen freuen.
In Spanien zittern die Bewohner in schlecht isolierten Wohnungen, während sich Schnee bis in die Hügel von Mallorca und Madrid ausbreitete. Temperaturen um minus 10 Grad sind in höheren Lagen erwartet worden.
Aus Bulgarien kommen ungewöhnlich milde Wetterberichte, Temperaturen nahe 19 Grad sind nichts Alltägliches für diese Jahreszeit. Doch ab Donnerstag wird auch dort mit einem drastischen Kälteeinbruch gerechnet.

