Al-Kuds-Demo im Zeichen des Gaza-Konflikts

25. Juli 2014, 17:53 Uhr · Quelle: dpa

Berlin (dpa) - In den vergangenen Jahren hat die anti-israelische Al-Kuds-Demo immer weniger Teilnehmer angezogen. Im Zeichen des Gaza-Konflikts ist nun Eskalation vorprogrammiert.

Die Anti-Israel-Demonstranten haben sich eine Strategie zurecht gelegt. «Wir müssen schlau sein», werden sie vom Lautsprecherwagen angewiesen. «Nicht emotional und dumm.» Gewalt und Antisemitismus dürften nicht laut werden. Zunächst funktioniert das. Doch als der Al-Kuds-Protest an der schicksten Ecke des Berliner Ku'damms ankommt, ist es vorbei mit Strategie. Als sie losstürmen, haben die arabischstämmigen Männer nur ein Ziel: Gegendemonstranten mit blauweißen Fahnen auf der anderen Straßenseite.

«Israel, Israel», hallt es am Freitag über den Ku'damm. Die Ordner der palästinensischen Demonstration werden von den eigenen Leuten überrannt. Doch bevor die aggressiven Trupps ihre Gegner erreichen, ist die Polizei da. So war es befürchtet worden, denn der Al-Kuds-Tag, an dem Muslime weltweit Hass gegen Israel propagieren, hatte im Zeichen des eskalierenden Gaza-Konflikts eine neue Brisanz bekommen. Zwei Welten prallen hasserfüllt aufeinander.

Auf der einen Seite stehen arabischstämmige Berliner, viele Frauen mit Kopftüchern. Die Organisatoren sind bedacht auf Außenwirkung: Als ein Mann mit grünem Umhang, Fahne mit arabischen Schriftzeichen und Kalaschnikow-Attrappe aggressive Parolen in Fernsehmikrofone schreit, wird er weggezogen. «Pass auf, liefer ihnen nichts zum Angriff gegen uns», wird er gewarnt.

Arabische Sprechchöre sollen die Demonstranten vermeiden, wird ihnen geraten. «Das kommt in Deutschland schlecht an. Ruft nicht «Allah Akbar» - ruft «Gott ist groß»!» Immer wieder schreien Menschen «Kindermörder Israel», strecken rot verschmierte Puppen gen Himmel.

Organisierte antisemitische Sprechchöre unterbleiben, der «Tagesspiegel» aber berichtet von einzelnen «Israel vergasen»-Sprechchören. Wenige Meter weiter hat der israelische Botschafter Yakov Hadas-Handelsman auf der Gegenkundgebung kurz zuvor die Bombenangriffe seines Landes auf den Gazastreifen verteidigt, als Recht auf Selbstverteidigung gegen palästinensische Raketenangriffe.

Der Al-Kuds-Tag kommt für Demonstranten beider Seiten zur rechten Zeit. Zu den Aufmärschen hatte 1979 der iranische Revolutionsführer Ajatollah Khomeini aufgerufen, um weltweit Hass gegen Israel zu propagieren. «Al Kuds» ist der arabische Name für Jerusalem. Seit Wochen ertönt in der für Juden, Christen und Muslime heiligen Stadt immer wieder Raketenalarm.

Der Bundestagsabgeordnete Volker Beck betont, er verstehe die Verzweiflung vieler Menschen über Tote in Gaza. Aber man könne nicht den Stopp des israelischen Beschusses fordern, ohne gleichzeitig von der Hamas zu fordern, ihren Raketenbeschuss einzustellen.

In der ersten Reihe der Al-Kuds-Demonstranten laufen Männer mit den typischen Schläfenlocken der orthodoxen Juden. Viele streng gläubige Juden erkennen den Staat Israel nicht an.

Später singen die Anti-Israel-Demonstranten die deutsche Nationalhymne. Einigkeit, Recht und Freiheit, das wollten sie auch, tönt es vom Lautsprecherwagen.

Konflikte / Demonstrationen / Israel / Palästinensische Autonomiegebiete / Deutschland
25.07.2014 · 17:53 Uhr
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