Was sind Altcoins und wie interessant sind sie für den Investor?

04. Februar 2022, 07:52 Uhr · Quelle: klamm.de

Die bekannteste Kryptowährung ist der Bitcoin, der in weniger als einem Jahrzehnt von Null auf einen fünfstelligen Eurobetrag gestiegen ist. Dieser spektakuläre Anstieg hat natürlich das Interesse von Anlegern geweckt. Es ist nicht klar, ob der Bitcoin im Wert weiter so ansteigen wird wie in den letzten Jahren. Deshalb finden Altcoins entsprechendes Interesse. Was sind also Altcoins und wie interessant sind sie für Anleger?

Was sind Altcoins und warum gibt es sie?

Der Begriff Altcoin steht für alternative coin und bedeutet also eine Alternative zum Bitcoin. Bitcoin ist die erste Kryptowährung, die mit der Technologie der Blockchain weite Verbreitung gefunden hat. Diese ist der innovative Kern, auf dem die Funktionalität der Kryptowährung beruht.

Bei der technischen Umsetzung mussten die Entwickler des Bitcoin-Systems eine Reihe von Designentscheidungen treffen. Manche davon sind unvermeidlich und bringen verschiedene Vor- und Nachteile mit sich. Ein Beispiel dafür ist die Entscheidung für Proof-of-Work als Methode zur Bestätigung von neuen Transaktionen.

In manchen Hinsichten wurden aber Entscheidungen gefällt, die auf eine möglichst einfache und naheliegende Lösung hinauslaufen. Es war zur Zeit der Entwicklung von Bitcoin noch gar nicht klar, ob und wie gut eine solche Kryptowährung überhaupt funktionieren kann. Diese Entscheidungen sind vor diesem Hintergrund also durchaus nachvollziehbar und waren zu ihrer Zeit sinnvoll.

Ein Beispiel für solche Designentscheidungen ist die technische Beschränkung auf maximal sieben Transaktionen pro Sekunde, die das ganze Bitcoin-System verarbeiten kann. Des Weiteren wurden von den Bitcoin-Entwicklern die Möglichkeiten für sogenannte Smart Contracts nur stark eingeschränkt eingeführt. Außerdem ist die Wahl der Rechnungen nicht optimal, die für die Bestätigung von neuen Transaktionen erforderlich sind. Diese lassen sich mit spezieller Hardware mit großem Vorteil durchführen und das bedeutet, dass das Schürfen von neuen Bitcoins fast nur noch auf solchen Geräten durchgeführt wird. Das wiederum bringt eine Einschränkung der gewünschten Dezentralisierung mit sich, die ursprünglich beabsichtigt war. Es sollte sich idealerweise jeder mit einem üblichen Computer am Schürfen beteiligen können und nicht nur die Besitzer spezieller Hardware.

Der Zugang von Entwicklern der Altcoins

Die Technologie von Bitcoin zeigt ganz deutlich, dass das Konzept einer Kryptowährung funktionstüchtig ist. Die Umsetzung lässt aber auch viele mögliche Alternativen erkennen und die Entwickler von Altcoins erheben den Anspruch, diese Möglichkeiten auf verschiedene Arten umzusetzen.

Eine grundlegende Designentscheidung betrifft die Art der Bestätigung. Im Bitcoin-System kommt ein Proof-of-Work zum Einsatz. Das bedeutet, dass zur Bestätigung neuer Transaktionen aufwendige Rechnungen und damit die dafür notwendige Hardware und viel elektrische Energie erforderlich sind. Eine mögliche Alternative ist Proof-of-Stake, wobei die Besitzer von Coins die Gelegenheit erhalten, Transaktionen zu bestätigen. Es sind dann zwar eben diese Coins erforderlich, aber keine besonders leistungsfähige Hardware und kaum Energie.

Altcoins setzen aber nicht nur für jede Kryptowährung notwendige Punkte anders um, sie können auch wesentliche Erweiterungen beinhalten. Ein offensichtlicher Punkt ist die Kapazität. Mit nur sieben Transaktionen pro Sekunde ist Bitcoin nicht in der Lage, einen wesentlichen Teil der weltweiten Zahlungsströme zu übernehmen. Auch nur eine einzige große Kreditkartenfirma verarbeitet etwa zehntausendmal so viele. Es ist also eine enorme Kapazitätssteigerung nötig, wenn ein Altcoin zu einem weltweit verwendbaren Zahlungsmittel werden soll.

In der Funktionalität stehen besonders die Smart Contracts im Fokus. Das sind Programme, die das Vorliegen bestimmter Bedingungen überprüfen und dann Aktionen wie Zahlungen auslösen können. Die Anwendungen für Smart Contracts haben enormes Potential, was aber heute vielen Nutzern noch nicht klar ist, weil das Konzept so neu und wenig bekannt ist.

Ein einfaches Beispiel für einen Smart Contract ist ein Leasingvertrag für ein Fahrzeug. Auf der Blockchain der entsprechenden Kryptowährung läuft also ein solches Programm, das jeden Monat selbständig überprüft, ob die Leasingrate bezahlt wurde. Ist dem nicht so, wird von diesem Smart Contract das Fahrzeug über den Bordcomputer blockiert. Der entscheidende Punkt ist, dass weder der Leasinganbieter noch der Leasingnehmer diesen Ablauf zu ihren Gunsten manipulieren können. Das Programm auf der Blockchain setzt also tatsächlich einen verbindlichen Vertrag um.

Wie finde ich als Investor gewinnbringende Altcoins?

Eine direkte Empfehlung auszusprechen ist schwierig, nicht zuletzt deshalb, weil sie in kurzer Zeit ungültig werden könnte. Es gibt aber durchaus Kriterien, nach denen man vielversprechende Altcoins aussuchen kann.

  • Technische Umsetzung
    Diese muss natürlich korrekt und stabil sein. Die Qualität der Technik können nur wenige Nutzer selbst direkt beurteilen. Für technisch weniger versierte gibt es aber sekundäre Quellen wie Besprechungen und Tests, auf die sie sich stützen können.
  • Funktionalität
    Diese lässt sich im Vergleich zu anderen Kryptowährungen auch von Laien schon viel einfacher beurteilen als die technischen Aspekte. Ist die Altcoin also benutzerfreundlich, gerade auch im Vergleich im anderen Alternativen? Bietet sie Funktionalität, die sie für bevorzugte Benutzung empfiehlt?
  • Administrative Kriterien
    Der Erfinder von Bitcoin ist immer noch nur unter dem Pseudonym Satoshi Nakamoto bekannt, aber die derzeitigen Entwickler sind keineswegs anonym. Im Falle von Altcoins sollten zumindest nicht alle Entwickler anonym bleiben und der Quellcode der Software sollte offen einsehbar sein. Wiederum wird die tatsächliche Überprüfung nur für eine Minderheit möglich sein, aber diese meldet sich über Bewertungen und Tests zu Wort.

Investieren in Altcoins

Dafür gibt es im Wesentlichen drei Möglichkeiten.

  • Online Broker für Kryptowährungen
    Praktisch alle solchen Broker bieten Dutzende Altcoins an. Die Kontoeröffnung ist kaum aufwendiger als diejenige für konventionelles Online-Banking. Ist das Konto eröffnet, kann man einen Geldbetrag mittels einer normalen Banküberweisung auf dieses Konto übertragen und direkt mit allen verfügbaren Kryptowährungen handeln.
  • Fonds
    Manche Broker und auch schon Banken bieten Fonds mit verschiedenen Kryptowährungen an. Als Anleger braucht man nur eine Möglichkeit, konventionelle Wertpapiere zu handeln. Dazu wird von den Managern eine Auswahl von Altcoins getroffen, die zumindest eine gewisse Diversifizierung sicherstellt.
  • Automatische Handelssysteme
    Diese Systeme wie beispielsweise btc loophole verwenden künstliche Intelligenz, um den Kursverlauf von Kryptowährungen zu analysieren und auf dieser Grundlage zu handeln. Nachdem Kryptowährungen eine noch sehr neue Assetklasse sind, ist ein Erfolg mit diesen Systemen nicht unvorstellbar. Der Markt ist noch wenig entwickelt und bestimmte typische Kursverläufe sind noch nicht so bekannt, dass sie aufgrund verstärkter Ausnutzung schon wieder verschwunden wären. Trotzdem ist es wichtig, die Risikohinweise zu beachten. Man sollte auch für diese Systeme nur Kapital einsetzen, das man sich leisten kann zu verlieren.
Finanzen / Krypto / Altcoins
04.02.2022 · 07:52 Uhr
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