Währungschaos im Iran: Rial stürzt weiter ab

Der Iran sieht sich einer beispiellosen Währungskrise gegenüber, während landesweite Proteste gegen das autoritäre Regime eskalieren. Erstmals durchbrach der Euro auf dem freien Devisenmarkt die 1,7 Millionen Rial-Marke, berichten iranische Finanzportale. Nach dem Ausbruch der Demonstrationen vor über einer Woche hat die iranische Währung ihren Wert noch weiter eingebüßt.
Der Ursprung der Proteste liegt in einem Schock auf dem Devisenmarkt, der die Händler in Teheran auf die Straßen trieb. Schnell schlugen die wirtschaftlichen Proteste in einen politischen Widerstand um, der von den Behörden mit Entschlossenheit unterbunden wird. Auch die Justiz der Islamischen Republik kündigte am Montag ein hartes Vorgehen an.
In einem Versuch, die Krise zu lindern, hat die iranische Regierung unter Präsident Massud Peseschkian erste Reformen aktiviert. Unter den Maßnahmen zählen die Streichung von Subventionen für Importeure, die zuvor von einem günstigen staatlichen Wechselkurs profitiert hatten. Allerdings warnte die Regierungssprecherin am Montag, dass Preissteigerungen die unmittelbare Folge sein könnten.
Verstärkt werden die Proteste durch die Aussichtslosigkeit vieler Bürgerinnen und Bürger. Schon seit Jahren leidet die iranische Mittelschicht unter der hohen Arbeitslosigkeit und Inflation. In den sozialen Medien wird inzwischen klagend bemerkt, dass ein Liter Speiseöl in manchen Orten teurer sei als in Deutschland, während der durchschnittliche Monatslohn im Iran lediglich ein paar Hundert Euro beträgt.

