Teheran im Aufruhr: Proteste gegen die Staatsführung erschüttern die Metropole
Mit Einbruch der Dämmerung hallen in Teheran laute Proteste gegen die autoritäre Staatsführung durch die Straßen. Von ihren Häusern aus skandieren die Bewohner der pulsierenden Millionenstadt Parolen, die sich direkt gegen die Regierung richten. Speziell im Stadtzentrum der iranischen Hauptstadt sammelten sich Demonstrierende an einem zentralen Verkehrspunkt, um gemeinsam ihre Unzufriedenheit mit der Staatsführung kundzutun. Vermummte Teilnehmer strömten auf die Straßen, begleitet von einem vielstimmigen Hupkonzert der vorbeifahrenden Autos, während die Polizei mit dem Einsatz von Tränengas reagierte, woraufhin sich die Protestierenden in die Seitenstraßen zurückzogen.
Auch in den Außenbezirken Teherans machten die Bürger ihrem Unmut Luft. Von Balkonen und Fenstern erschallten Slogans, die die Hoffnung auf politische Veränderung ausdrückten. Ein besonders markanter Ruf war: „Das ist der letzte Kampf, Pahlavi kommt zurück“, was eine direkte Referenz auf Reza Pahlavi darstellt. Er, der Sohn des 1979 gestürzten Schahs, hatte kürzlich zu Protesten aufgerufen, die nun auf steigende Resonanz treffen.
Die aktuellen Proteste markieren den elften Tag einer neuen Welle der Unruhen im Iran. Ursächlich für die Demonstrationen sind die gravierende Wirtschaftskrise und der dramatische Wertverlust der nationalen Währung, dem Rial. Anfangs beeinflusste dies vor allem wütende Händler in Teheran, die ihre Geschäfte auf die Straßen verlagerten. Inzwischen haben sich die Protestaktionen auf weite Teile des Landes ausgeweitet und gewinnen stetig an Intensität und Größe.

