Spannungen in Maschhad: Iran erlebt erneute Protestwelle
Die iranische Stadt Maschhad, mit Millionen Einwohnern die zweitgrößte des Landes, erlebt tumultartige Szenen. Auslöser sind weitreichende Protestbewegungen, die mit einem massiven Aufgebot an Sicherheitskräften und dem Einsatz von Tränengas konfrontiert wurden, wie Einwohner berichten. Augenzeugen beschreiben die Situation mit Kriegsmetaphern, was die Intensität der Auseinandersetzungen unterstreicht.
Die iranischen Behörden haben in einem wiederkehrenden Muster das Internet stark eingeschränkt, wodurch kaum Nachrichten aus dem Land dringen können. Dies ist eine bekannte Maßnahme, um die Verbreitung von Bild- und Videomaterial der Unruhen zu verhindern.
Reza Pahlavi, der Exil-Prinz des gestürzten Schahs von 1979, hatte zu den jüngsten Protesten aufgerufen und dabei Donnerstag und Freitag als zentrale Tage benannt. Die gegenwärtige Protestwelle erschüttert den Iran inzwischen seit elf Tagen. Sie wurde durch die schwerwiegende Wirtschaftskrise und den rapiden Fall der Landeswährung, dem Rial, ausgelöst. Die wütenden Reaktionen der Händler in Teheran, die spontan auf die Straßen gingen, sind längst über die Hauptstadtgrenzen hinaus auf das gesamte Land übergeschwappt.

