Russlands Notenbank senkt Leitzins: Ein Schritt zur Stabilisierung der Privatwirtschaft
Die russische Zentralbank hat den Leitzins um einen Prozentpunkt auf nun 20 Prozent gesenkt, ein Schritt, der von Ökonomen bereits erwartet wurde. Diese Maßnahme markiert die erste Senkung seit fast drei Jahren, nachdem die Zinsen auf dem hohen Niveau gehalten wurden, um der über dem Zielwert liegenden Inflation zu begegnen.
Anzeichen nachlassenden Preisdrucks sowie Schwächeerscheinen in der russischen Wirtschaft haben den Handlungsbedarf erhöht. Hohe Zinssätze setzen der Privatwirtschaft zu, was eine Herausforderung für das Wirtschaftswachstum darstellt. Im April lag die Inflationsrate noch bei 10,2 Prozent, deutlich über den angestrebten vier Prozent, wobei die Notenbank optimistischerweise bis 2026 ihre Ziele zu erreichen hofft.
Die Regierung zeigt sich besorgt über einen potenziellen Wirtschaftsabschwung, der bereits in einigen Branchen spürbar ist. Wirtschaftsminister Maxim Reshetnikow drängte auf eine Lockerung der Zinspolitik, um besonders die stark abgekühlten Sektoren zu beleben.
Trotz dieser Herausforderungen stützt die Rüstungsproduktion, die im Zuge des Konflikts mit der Ukraine ausgeweitet wurde, die Wirtschaft weiterhin. Dennoch belasten hohe Zinssätze und der Arbeitskräftemangel, der die Löhne hochtreibt und Produktionsausweitungen bremst, die private Wirtschaft kräftig.

