Rückgang der Geldautomaten: Bundesbank sieht bargeldlose Zukunft
Trotz sinkender Zahlen bei Geldautomaten und Bankfilialen bleibt Bargeld in Deutschland fest verankert. Der Vorstand der Deutschen Bundesbank, Burkhard Balz, zeigt sich optimistisch im europäischen Vergleich mit über 50.000 Geldausgabeautomaten. Dennoch warnt er vor möglichen Schwierigkeiten in bestimmten Regionen und fordert mehr Kooperationen beim Betrieb von Geldautomaten. Die Niederlande könnten hier als Vorbild dienen, indem deren Banken ihre Automaten über eine zentrale Gesellschaft gemeinsam betreiben.
Bargeld bleibt, selbst in der digitalen Ära, ein unverzichtbares Element des Zahlungsverkehrs. In Deutschland werden nach wie vor mehr als 50 Prozent aller Transaktionen an Ladenkassen bar getätigt, und diese Tendenz wird voraussichtlich auch in den nächsten zehn bis 15 Jahren anhalten. Balz unterstreicht die Bedeutung von Bargeld als Ausdruck von Anonymität, Sicherheit und Kontrolle, insbesondere in Krisen, wo es sich als robust und unanfällig gegenüber digitalen Bedrohungen erweist.
Zudem unterstützt Balz Maßnahmen zur Bargeldregulierung, wie die EU-weite Einführung einer Obergrenze von 10.000 Euro für Bargeldgeschäfte ab 2027. Diese sieht er als ausgewogenen Kompromiss zwischen Freiheit und Kontrolle an. Der digitale Euro, so Balz, werde das traditionelle Bargeld sinnvoll ergänzen, aber keinesfalls ersetzen. Eine Einführung des digitalen Euros ist frühestens ab 2029 vorgesehen.

