Perspektiven für die Psyche: Bildungspakt soll Schüler:innen stärken
Die Bundesschülerkonferenz (BSK) und das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) schlagen in einem gemeinsamen Appell Alarm: Psychische Probleme bei Schüler:innen könnten langfristig erhebliche gesellschaftliche und ökonomische Folgen zeitigen. „Wir befinden uns in einer tiefgreifenden Krise“, so BSK-Generalsekretär Quentin Gärtner kürzlich während einer Pressekonferenz. Sollten nicht rasch passende Lösungen gefunden werden, drohten ernsthafte volkswirtschaftliche Konsequenzen.
Im Mittelpunkt der vorgeschlagenen Maßnahmen der BSK steht ein ambitionierter 10-Punkte-Plan. Dieser sieht unter anderem eine verstärkte Präsenz von Schulsozialarbeiter:innen und Psycholog:innen sowie eine gezielte Förderung von Medienkompetenz und Schlüsselqualifikationen vor. Mehr als 20 Organisationen haben sich bereits einer aktuellen Solidaritätskampagne angeschlossen. „Wir sind bereit, Verantwortung zu übernehmen, fühlen uns jedoch oft allein gelassen“, betonte Gärtner eindringlich.
Michael Hüther, Leiter des IW, brachte ergänzend die stark verbreiteten psychischen Belastungen unter Schüler:innen zur Sprache. Trotz einer leichten Besserung gegenüber der Corona-Hochzeit befindet sich das psychische Wohlbefinden der Jugendlichen weiterhin unter dem Niveau der frühen 2010er-Jahre. Ein IW-Dokument verdeutlicht zudem die potenzielle Tragweite dieser Thematik: Sollten Jugendliche ihre psychische Resilienz nicht stärken können, drohten langfristige Arbeitsmarktexklusion und eine steigende Abhängigkeit von staatlichen Hilfen.
Mit Hinblick auf die geringe Geburtenrate und eine damit einhergehende Verringerung des Erwerbspotenzials betonte Hüther, wie essenziell es sei, jede:n Einzelne:n in die Gesellschaft zu integrieren und niemanden zurückzulassen.

