Nike: Krise und Hoffnungsschimmer im Ringen um Erholung
Der renommierte Sportartikelhersteller Nike kämpft derzeit mit erheblichen Herausforderungen in seiner bisherigen Erholung. Trotz eines insgesamt besseren Geschäftsergebnisses als von Analysten angenommen, zeigen sich weiterhin Schwierigkeiten an kritischen Punkten, insbesondere im riesigen chinesischen Markt und bei der Marke Converse.
Elliott Hill, CEO von Nike, der das Unternehmen nach Enttäuschungen in den letzten Jahren wieder nach vorne bringen soll, sieht nach dem zweiten Geschäftsquartal noch kein vollständiges Licht am Ende des Tunnels. Die jüngste Unsicherheit ließ Aktionäre unruhig werden, was sich deutlich im Rückgang des Nike-Aktienkurses um mehr als zehn Prozent im vorbörslichen Handel zeigte. Das Kursminus aus dem Jahr 2023 könnte sich somit weiter verschärfen, denn mit einem Kurs unter 60 US-Dollar entfernt sich Nike von früheren Höchstständen, die vor vier Jahren noch bei 179 US-Dollar lagen.
Auch die deutschen Mitbewerber Adidas und Puma zeigten anfänglich Schwächen, konnten jedoch den Druck im Verlauf abmildern. Im Heimatmarkt USA erlebte Nike eine leichtere Erholung. Im letzten Quartal erhöhte sich der Gesamtumsatz um ein Prozent auf 12,4 Milliarden US-Dollar. Doch hinter den Kulissen spuken weiterhin Geister: In China sanken die Erlöse um 17 Prozent und bei Converse sogar um 30 Prozent. Diese Probleme weist Analyst Poonam Goyal von Bloomberg Intelligence auf den rückläufigen Publikumsverkehr in China und auf Schwierigkeiten beim Abverkauf von Lagerbeständen hin.
Die Analystenmeinungen zeigen, dass Nike die Herausforderungen der Vergangenheit noch nicht vollends bewältigt hat. RBC-Experte Piral Dadhania bewertet das aktuelle Management als vorsichtiger als erwartet und äußerte Bedenken hinsichtlich der kurzfristigen Wachstumsperspektiven. Die Erwartungen von JPMorgan für das dritte Quartal signalisieren einen leichten Umsatzrückgang im Jahresvergleich, was die Unsicherheit unterstreicht.
Nicht zuletzt belasten auch US-Handelszölle das Unternehmen. Nike verzeichnete eine um 3 Prozentpunkte gesunkene Bruttomarge und macht die nordamerikanischen Einfuhrzölle hierfür verantwortlich. Nach Abzug der Kosten fiel der Nettogewinn um etwa ein Drittel auf 792 Millionen US-Dollar, insbesondere durch erhöhte Marketingausgaben.

