„Nicht mal mit der Gravity Gun“: Ex-Valve-Autor äußert sich zu Half-Life 3 – und sein Urteil ist vernichtend
22 Jahre. So lange warten wir schon auf den dritten Hauptteil der legendären Half-Life-Saga. Gerüchte kommen und gehen, Leaker leaken, die Community hofft – und Valve schweigt. Doch jetzt hat sich jemand zu Wort gemeldet, der es wissen müsste: Chet Faliszek, ehemaliger Schreiber bei Valve und Autor von Half-Life 2: Episode One und Episode Two, wurde nach Half-Life 3 gefragt. Und seine Antwort dürfte jeden Fan ernüchtern, der auf eine schnelle Enthüllung hofft.
Ein Autor, der vor dem eigenen Erbe zurückschreckt
In einem YouTube-Shorts-Video reagierte Faliszek auf einen Kommentar, der behauptete, die Entwicklung von Half-Life 3 sei für Valve doch ein Kinderspiel – schließlich „könnte die Handlung überall hingehen“. Faliszeks Reaktion fiel alles andere als begeistert aus. „Wenn mich Leute fragen, ob ich das nicht machen will – nein! Ich will fast nie etwas anfassen, das bereits eine Vorgeschichte hat“, erklärte er. „Ich will nicht, dass Leute, die sich besser erinnern als ich, mich anschreien, weil ich irgendeine Geschichte aus der Zeit vor 50 Jahren verändert habe.“ Er spitzte es noch weiter zu: „Ich will das nicht mal mit einer zehn Meter langen Stange anfassen. Nicht mal mit einer Gravity Gun an dieser zehn Meter langen Stange. Nicht mal mit D.O.G.s Armen.“
Das sind harte Worte von jemandem, der selbst maßgeblich am Aufbau dieser Welt beteiligt war. Und sie offenbaren eine Wahrheit, die viele Fans nur ungern hören: Die Erwartungen an Half-Life 3 sind so astronomisch hoch, dass selbst die, die es am besten kennen sollten, zurückschrecken. Dabei ist das Spiel laut aktuellen Spekulationen möglicherweise näher als je zuvor – Leaker tippen auf eine baldige Ankündigung, womöglich noch in diesem Jahr.
Der Fluch des mythischen Status
Faliszeks Aussage wirft ein Schlaglicht auf ein grundsätzliches Problem, das weit über Half-Life 3 hinausgeht. Der Autor erklärte, dass er auch Gespräche mit Bungie über eine mögliche Zusammenarbeit geführt habe – und dort genauso abgewinkt habe. „All ihre Spiele haben so viel Hintergrundgeschichte. Diese Lore macht mir Angst. Ich weiß nicht mal so viel über mein eigenes Leben, geschweige denn über das Spiel eines anderen.“ Es ist die Angst vor der Community, vor tausend Foren, in denen jedes Detail seziert wird, vor Fans, die jedes aufgelöste Pixel als Verrat am Kanon auslegen.
Valve selbst hat sich seit dem VR-Meisterwerk Half-Life: Alyx im Jahr 2020 nicht mehr offiziell zur Zukunft der Serie geäußert. Dafür brodelt die Gerüchteküche umso heftiger: Dataminer haben im Code der Source-2-Engine Referenzen zu sogenannten „Thumper Machines“ und weiteren Half-Life-typischen Elementen gefunden. Interne Builds sollen existieren, Codename HLX.
Zwischen Hoffen und Bangen
Die Ironie ist kaum zu überbieten: Ausgerechnet der Mann, der die Geschichte von Half-Life 2 einst weiterschrieb, würde heute keinen Finger mehr dafür krümmen. Und während Leaker wie GabeFollower und Tyler McVicker eine baldige Ankündigung prophezeien, zeigt Faliszeks Aussage, wie verflixt heikel ein dritter Teil in Wirklichkeit ist. Jeder erdenkliche Handlungsstrang würde unter der Lupe der treuesten Fangemeinde der Welt zerlegt werden. Und am Ende bleibt die Frage, die sich jeder stellt.


