Nationale Gasreserve als Antwort auf niedrige Füllstände?
Stefan Dohler, CEO des Oldenburger Energieversorgers EWE, schlägt vor, eine nationale Gasreserve als Krisenvorsorge anzulegen, da der derzeitige Füllstand der deutschen Gasspeicher Anlass zur Sorge gibt. Die aktuellen Füllstände sind auf einem ähnlich niedrigen Niveau wie Anfang 2022, was Dohler veranlasst, die Wirksamkeit der politischen Maßnahmen infrage zu stellen. Er betont, dass es im letzten Sommer keine Preissignale gab, die zum Befüllen der Speicher motiviert hätten.
Vor dem Hintergrund, dass in anderen Ländern wie Österreich, Frankreich und Polen bereits strategische Gasreserven existieren, hält Dohler es für dringlich, dass Deutschland ähnliche Maßnahmen erwägt, um die Versorgungssicherheit zu stärken. Er sieht die Notwendigkeit, über zusätzliche Instrumente nachzudenken, die auch im Krisenfall marktintegritätsschonend funktionieren könnten.
Aktuell besteht jedoch keine akute Gefahr für die Gasversorgung, versichert Dohler. Dies gilt trotz der Kälteperiode, die Deutschland in diesem Winter fest im Griff hat. Besonders betont er die Bedeutung von Vorsorge und weist darauf hin, dass die neuen LNG-Terminals und niedrigere Gaspreise zwar Vorteile bringen, jedoch nicht ausreichen, um für alle Eventualitäten gerüstet zu sein.
Insgesamt kritisiert Dohler die derzeitigen Vorsorgemaßnahmen als unzureichend und mahnt zur Diskussion darüber, wie eine kritische Versorgungssituation vermieden werden könnte. Bei der aktuellen Füllstandslage der deutschen Gasspeicher von rund 52 Prozent bemängelt er, dass diese deutlich niedriger als zu Beginn der Heizperiode seien, als sie noch bei etwa 77 Prozent lagen.

