Millionen-Coup in Gelsenkirchen: Die Sparkasse Buer in der Kritik
Der spektakuläre Einbruch in eine Sparkassen-Filiale im Gelsenkirchener Stadtteil Buer sorgt weiterhin für große Aufregung. Der Tresorraum, aus dem nahezu alle 3.250 Kundenschließfächer geplündert wurden, bleibt vorerst versiegelt. Ein Sprecher der Sparkasse erklärte, bevor die Bank wieder öffnen könne, müssten zunächst alle relevanten Unterlagen und Gegenstände gesichert werden. Wann dies abgeschlossen sein wird, sei derzeit noch unklar.
Die Täter hatten den Tresorraum über ein Loch erreicht, das sie in einer mehrtägigen Aktion in eine der Wände bohrten. Der Einbruch wurde erst bemerkt, als vergangene Woche Montag die Brandmeldeanlage Alarm schlug. Die Diebe sind nach wie vor flüchtig, und ihre Spur bleibt bislang unentdeckt.
Im Nachgang des Einbruchs haben bereits über 1.500 Kunden über eine eigens eingerichtete Hotline Kontakt zur Bank aufgenommen. Mit Zustimmung der Betroffenen leitet die Sparkasse die erfassten Daten an die Polizei weiter, damit automatisch Strafanzeigen erstellt werden können. Die Schließfächer sind allgemein bis zu einer Summe von 10.300 Euro versichert, was in Summe möglicherweise einen Schaden von rund 30 Millionen Euro bedeutet. Doch laut Sparkasse haben über 100 Kunden höherwertige Zusatzversicherungen abgeschlossen; auch bei der Polizei wurden bereits Schäden gemeldet, die teils deutlich über dem versicherten Wert liegen, bis hin zu sechsstelligen Eurobeträgen.
Der Vorfall zieht nun auch rechtliche Folgen nach sich. Der Anwalt Burkhard Benecken, der etwa 50 Geschädigte vertritt, erhebt Vorwürfe gegen die Sparkasse. Seinen Angaben zufolge seien viele seiner Mandanten nicht ausreichend über die Versicherungshöchstgrenzen informiert worden, was potenziell zivilrechtliche Schritte gegen das Institut nach sich ziehen könnte. Der Sparkassensprecher betonte jedoch, dass die Bedingungen klar in den Verträgen geregelt seien.
Besonders bemerkenswert ist, dass einige Kuratierte Werte von jeweils 300.000 bis 400.000 Euro in den Schließfächern gelagert hatten. Spekulationen über illegal erworbenes Geld weist Anwalt Benecken zurück. Seine Mandanten hätten bereits Belege über die Herkunft ihrer Vermögenswerte vorgelegt. Die politische Bühne ist ebenfalls betroffen: Die SPD hat im Landtag eine Sondersitzung des Innenausschusses beantragt. Diese soll sich nicht nur mit dem Stand der Ermittlungen, sondern auch mit den Schwächen im Sicherheitskonzept der Sparkasse und möglichen Verbindungen zur organisierten Kriminalität auseinandersetzen.

