Irans Unruhen eskalieren: Protestierende trotzen der Gewalt

Die landesweiten Proteste im Iran gewinnen an Intensität und werden zunehmend gewaltsamer. In der Hauptstadt Teheran berichteten Augenzeugen von heftigen Auseinandersetzungen zwischen Demonstrierenden und Sicherheitskräften. In einem Klima gespannter Erwartung hallten Rufe wie „Tod dem Diktator“ durch die Straßen, während einige Demonstrierende auf die jüngsten politischen Entwicklungen in Venezuela verwiesen. Der vielbeachtete US-Angriff auf den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro dient dabei als düsteres Vorbild für die eigene Situation.
Besonders dramatisch gestalteten sich die Ereignisse vor dem einstigen Stadttheater im Herzen Teherans. Trotz Aufforderungen der Polizei zur Räumung des Platzes zeigten sich viele, darunter zahlreiche junge Frauen, unnachgiebig. Die Staatsmacht reagierte mit Schlagstöcken, um die Menge auseinanderzutreiben, was zu chaotischen Szenen führte. Schutz suchten die Demonstranten schließlich in umliegenden Geschäften, während mehrere von ihnen von den Behörden festgenommen und weggebracht wurden.
Währenddessen gibt die Menschenrechtsorganisation Hengaw aus Norwegen schockierende Zahlen bekannt: Mindestens 17 Menschen haben ihr Leben verloren, über 500 weitere wurden verhaftet. Diese Informationen basieren auf sozialen Medien und Gesprächen mit internationalen Aktivisten, doch offizielle Bestätigungen seitens der iranischen Regierung fehlen bislang.
Auf der Plattform X zogen Nutzer Parallelen zu Venezuela, als sie Bilder des festgenommenen Maduros gegen die des iranischen Führers Ali Chamenei austauschten. Diese provokanten Vergleiche sollen das Regime warnen, dass es ein ähnliches Schicksal ereilen könnte. Trotz der scharfen iranischen Kritik am US-Vorgehen in Caracas, verhallen die Proteste gegen Irans Führung nicht. Von ursprünglich wirtschaftlichen Forderungen haben sich die Demonstrationen zu einer breiten politischen Bewegung gewandelt. Die Rufe nach einer Rückkehr der vor der Revolution von 1979 gestürzten Monarchie werden immer lauter – ein starkes Zeichen des Wandels im Iran.

