Proteste im Iran: Anhaltende Unruhen und staatliche Repressionen
Im Iran eskalieren die Unruhen, während Menschenrechtsorganisationen schwere Vorwürfe gegen die Behörden erheben. Laut Iran Human Rights mit Sitz in Oslo sind mindestens 19 Demonstranten ums Leben gekommen, darüber hinaus wurden Hunderte verletzt oder festgenommen. Berichte deuten darauf hin, dass die Behörden in einigen Regionen mit schweren Waffen gegen Protestierende vorgingen.
Die iranische Regierung schweigt zu den Vorfällen und zur Zahl der Opfer. Daher beruhen aktuelle Informationen größtenteils auf Berichten aus sozialen Medien und von Menschenrechtsaktivisten im Ausland, die bislang nicht unabhängig verifiziert werden können.
Im Zentrum Teherans kam es zu angespannten Situationen: Demonstranten widersetzten sich den Anweisungen der Polizei und wurden mit Schlagstöcken angegriffen. Augenzeugen berichten von jungen Frauen in den Reihen der Protestierenden, die sich weigerten, dem Platz fernzubleiben. Einige wurden gewaltsam in Minibusse gezogen, während andere Zuflucht in Geschäften suchten.
Medienvertreter sind streng kontrolliert: Journalisten dürfen nicht über die Unruhen berichten, und Fotografen haben ein Auflagenverbot. Veröffentlichungen unterliegen einer strikten Zensur der Behörden.
Seit dem vergangenen Sonntag erschüttern Proteste das Land, die sich gegen die islamischen Machthaber richten. Was als Protest gegen die Wirtschaftspolitik in Teheran begann, hat sich zu einer landesweiten politischen Bewegung ausgeweitet. Dabei erklingen nicht nur Rufe gegen die aktuelle Führung, sondern auch Wünsche nach einer Rückkehr zur Monarchie, die 1979 durch die islamische Revolution gestürzt wurde.

