Rockstar Games bestätigt Datenpanne – Grand Theft Auto 6 und Spieler angeblich nicht betroffen
Rockstar Games und Datenlecks – das ist eine Kombination, die bei Fans von Grand Theft Auto 6 unweigerlich schlechte Erinnerungen weckt. Nun hat der Entwickler erneut einen Sicherheitsvorfall bestätigt, der das Unternehmen in unangenehme Schlagzeilen bringt. Diesmal sind die Umstände anders als 2022 – aber harmlos ist die Situation trotzdem nicht.
Was passiert ist und wer dahintersteckt
Rockstar Games hat gegenüber dem Spielemagazin Kotaku bestätigt, dass es im Zuge eines Drittanbieter-Vorfalls zu einem Datenzugriff gekommen ist. Konkret soll eine begrenzte Menge nicht wesentlicher Unternehmensinformationen kompromittiert worden sein. Verantwortlich dafür zeichnet sich die Hackergruppe ShinyHunters, die behauptet, über den Analysedienst Anodot Zugang zu Rockstars Instanzen in der Cloud-Plattform Snowflake erlangt zu haben – Anodot selbst war zuvor Ziel eines eigenen Einbruchs. ShinyHunters stellte Rockstar ein Ultimatum und drohte damit, die erbeuteten Daten zu veröffentlichen sowie weitere digitale Störaktionen einzuleiten, sollte das Unternehmen nicht zahlen. Rockstar seinerseits ließ mitteilen, der Vorfall habe weder auf die eigene Organisation noch auf die Spieler irgendwelche Auswirkungen. Was genau die Hacker in den Händen halten, ist bislang nicht bekannt.
Schatten der Vergangenheit
Der aktuelle Vorfall trifft Rockstar Games zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt – kurz vor dem mit Spannung erwarteten Launch von Grand Theft Auto 6, der für den 19. November geplant ist. Und er ruft unweigerlich das wohl spektakulärste Datenleck der jüngeren Spielegeschichte in Erinnerung: Im Jahr 2022 tauchten plötzlich 90 Videoclips aus einer frühen Entwicklungsversion von Grand Theft Auto 6 im Netz auf. Die Aufnahmen zeigten beide Hauptfiguren – Lucia und Jason – sowie Kampfmechaniken, Schauplätze und weitere Details, die zu diesem Zeitpunkt streng geheim hätten bleiben sollen. Als mutmaßlicher Täter wurde der Hacker Arion Kurtaj aus dem Umfeld der Gruppe Lapsus$ identifiziert, der jedoch letztlich als verhandlungsunfähig eingestuft und nicht strafrechtlich verurteilt wurde. Mutterkonzern Take-Two Interactive bezeichnete die damaligen Leaks als äußerst bedauerlich, betonte aber, sie hätten keinen Einfluss auf die Entwicklung gehabt.
Konsequenzen, die bis heute nachwirken
Was nach dem Leak von 2022 folgte, offenbarte, wie ernst Rockstar die Bedrohung durch ungewollte Enthüllungen nimmt. Berichten zufolge wurden im Zuge verschärfter Sicherheitsmaßnahmen 34 Mitarbeiter entlassen. Ehemalige Angehörige von Rockstar North leiteten daraufhin rechtliche Schritte ein – ein Arbeitstribunal lehnte jedoch kürzlich entsprechende Anträge auf einstweiligen Lohnersatz ab. Das Unternehmen hat aus dem Vorfall von 2022 erkennbar gelernt und seither eine ausgeprägte Informationskontrolle praktiziert, die selbst kleinste Details über Grand Theft Auto 6 aus der Öffentlichkeit herausgehalten hat. Dass nun erneut externe Akteure versuchen, diese Mauer zu durchbrechen, zeigt: Je näher der Release rückt, desto attraktiver wird Rockstar als Ziel für Angreifer, die auf Aufmerksamkeit oder Lösegeld aus sind. Ob ShinyHunters tatsächlich etwas Substanzielles in Händen hält oder vor allem auf Druck setzt, wird sich zeigen. Rockstars Gelassenheit nach außen ist dabei vermutlich ebenso kalkuliert wie alles andere, was das Studio kommuniziert.


