Fusionstango in der Bergbaubranche
Die jüngsten Wiederaufnahmen der Fusionsverhandlungen zwischen Rio Tinto und Glencore haben am Freitag für erhebliche Kursbewegungen an den Aktienmärkten gesorgt. Während die Papiere von Glencore beeindruckende 8,2 Prozent zulegten, mussten Rio Tinto Anleger einen Rückgang von 2,4 Prozent hinnehmen, nachdem die Aktien seit dem letzten Jahr beeindruckende Höhen erklommen hatten.
Hintergrund der erneuten Annäherungsversuche ist die weltweite Knappheit an Rohstoffen, die die beiden Bergbaugiganten dazu veranlasst hat, fast ein Jahr nach dem Abbruch der Gespräche diese wieder aufzunehmen. Glencore bestätigte dies am Donnerstagabend und eröffnete die Möglichkeit einer Fusion, die zu einem globalen Bergbauriesen führen könnte, der einschließlich Schulden auf einen Unternehmenswert von mehr als 260 Milliarden US-Dollar kommt.
Analysten von RBC sehen insbesondere den Bereich Kohle und das Marketing als kritische Punkte an. Strategisch könnte eine Fusion zwar sinnvoll erscheinen, doch finanzielle und operative Risiken stehen einem solchen Schritt im Weg. Wettbewerber wie BHP Group könnten ebenfalls reagieren und mit einem eigenen Angebot intervenieren, um die Entstehung eines neuen Marktführers zu verhindern.
Derren Nathan, Analyst bei der britischen Investmentfirma Hargreaves Lansdown, erklärte den Rückgang der Rio Tinto-Aktien mit der Skepsis der Investoren. Eine Fusion sei kein Garant für einen Mehrwert für die Aktionäre und bleibe somit ein Risiko.

